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Schiedsmann Vogel wird 75 - Gingkobaum-Liebhaber pflanzt Bäume auf Friedhof

Edemissen Schiedsmann Vogel wird 75 - Gingkobaum-Liebhaber pflanzt Bäume auf Friedhof

Edemissen. Wenn sich Nachbarn über eine zu hohe Hecke oder Brüder über ihr Erbe streiten, dann wird er gerufen: Seit mehr als 20 Jahren ist Hans-Jürgen Vogel ehrenamtlicher Schiedsmann der Gemeinde Edemissen. Heute wird er 75 Jahre alt.

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Hans-Jürgen Vogel (l.) und Frank Bertram pflanzen auf dem Friedhof einen Gingko.

Mit Edemissens Bürgermeister Frank Bertram pflanzte Vogel anlässlich seines Geburtstags zwei Bäume auf dem Edemisser Friedhof: Einen Gingko und eine Silberlinde. Diese Silberlinde ist ein Geburtstagsgeschenk von Bürgermeister Bertram und dessen Vertreter Norbert Ahlers.

Den Gingko hat Vogel selbst von dem Geld gespendet, das er als Aufwandsentschädigung für seine Tätigkeit als Schiedsmann erhält. Es ist nicht der erste Baum, den er in die Erde bringt: Auf dem Friedhof, am Oelheimer Weg und auf seinem Privatgrund hat er schon zahllose Bäume gepflanzt.

Vogel wurde in Hainichen bei Zeitz in der Nähe von Weimar geboren. Mit 14 Jahren ist er vor der Gründung der DDR in den Westen geflohen. Zwei Wochen nach seiner Ankunft in Edemissen Anfang März 1952 wurde er konfirmiert. „Ich kannte keinen einzigen meiner Mitkonfirmanden“, erinnert er sich.

Das hat sich schnell geändert und heute ist Vogel „ein echtes Edemisser Urgestein“, sagt Bertram. „Der Gingko ist mein Lieblingsbaum. In Weimar stehen 200 Jahre alte Gingkobäume, die auch Goethe-Bäume genannt werden. Die sind wunderschön“, antwortet Vogel auf die Frage, warum er gerade diesen Baum ausgewählt hat.

Die Familie wurde 1953 enteignet, zwischenzeitlich hat er rund 130 Hektar Land größtenteils wieder zurückgekauft und verpachtet. „Ich habe eine landwirtschaftliche Lehre gemacht, aber als Landwirt ohne eigenen Grundbesitz konnten wir nicht über die Runden kommen“, schildert Vogel. Deshalb verkaufte er viele Jahre lang Ställe und Einrichtungen für die Geflügelhaltung.

Sechs Jahrzehnte lebt Vogel bereits in Edemissen, als seine Heimat bezeichnet er es dennoch nicht. „Edemissen ist mein Zuhause, weil ich hier schon so lange wohne und Freunde und Familie hier habe, aber meine Heimat ist und bleibt für mich ganz klar mein Geburtsort“, erklärt Vogel.

Die Bäume wurden übrigens mithilfe eines ganz besonderen Spatens eingepflanzt: Es handelt sich um ein Gastgeschenk des Edemisser Arztes Dr. Andreas Altrock, wie Vogel verrät: „Der Doktor hat mich mit seiner Familie in meiner Heimat besucht und mir als Gastgeschenk diesen Spaten mitgebracht.“ Den habe er jetzt extra wieder nach Edemissen mitgebracht.“

sdr/wos

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