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„Rosaleens Fest“ erzählt von Familien-Beziehungen

Lese-Tipp „Rosaleens Fest“ erzählt von Familien-Beziehungen

Edemissen. Die Zeit „zwischen den Jahren“ und Anfang Januar wird gern genutzt, um ein wenig zur Ruhe zu kommen. Ein gutes Buch gehört für viele Menschen dazu. In Zusammenarbeit mit den Kreisbüchereien in den Gemeinden des Landkreises Peine veröffentlicht die PAZ daher in loser Folge Lesetipps. Der heutige Beitrag stammt von Sabine Maaß aus Edemissen.

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Sabine Maaß von der Kreisbücherei in Edemissen empfiehlt den Familienroman „Rosaleens Fest“

Quelle: hmk

Sie schreibt: „Sie möchten einen Familienroman lesen? Aber bitte keinen von der geschmeidigen Sorte, eher tiefgründig, aufrüttelnd und authentisch? Dann greifen Sie zu ‚Rosaleens Fest‘ von Booker-Preisträgerin Anne Enright.“

Rosaleen ist Mutter von vier Kindern und depressiv. Bei Konflikten flüchtet sie vorzugsweise ins Bett, das sie dann tagelang nicht verlässt. Ihr Mann ist bereits früh verstorben.

Im ersten Teil der Geschichte bekommt man einen Einblick in das jeweilige Leben der Geschwister Hanna, Dan, Constanze und Emmet. Diese Schilderungen erstrecken sich über einen Zeitraum von 25 Jahren und beschreiben vier Schicksale, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Alle führen ein zerrissenes Leben, ständig auf der Flucht vor einer Mutter „die nichts tat und alles erwartete“.

Hanna, die gescheiterte Schauspielerin, selbst Mutter eines Babys, die nun aber einzig im Alkohol Trost findet. Dan, der sich sexuell zu orientieren sucht und schließlich seine Homosexualität annimmt. Constanze, die mit vier gut geratenen Kindern und einem liebevollen Ehemann eigentlich glücklich sein könnte, vom Alltag aber überfordert ist und dicklich und frustriert zu überleben versucht. Emmet, ruhelos als Arzt in die Entwicklungshilfe flüchtend.

Diese „vier Kinder auf der Schwelle zum mittleren Alter“ bittet die mittlerweile 76-jährige Rosaleen zu einem gemeinsamen Weihnachtsfest in das Haus, in dem alle Geschwister groß geworden sind und das sie anschließend verkaufen möchte.

Beim Ringen um eine Zusage wird deutlich, wie wenig die Kinder sich von ihrer Mutter gelöst haben. Alle reisen an und versuchen verzweifelt, Harmonie zu leben, die chronisch schlechte Laune ihrer Mutter zu ignorieren und eine leuchtende Fassade aufrecht zu erhalten. Die üblichen Streitereien lassen nicht lange auf sich warten.

Mitten im Fest verschwindet Rosaleen und sorgt für eine völlig veränderte, überraschende Situation. Bei der Suche kommt das spezielle Verhältnis jeden Kindes zur Mutter zum Ausdruck: „Sie waren sich der Komik der Situation durchaus bewusst, die Tatsache, dass jedes der Kinder nach einer anderen Frau rief. Eigentlich wussten sie gar nicht, wer sie war“.

„Rosaleens Fest“ von Anne Enright ist bei DVA erschienen (ISBN 978-3-42104-700-7, 384 Seiten, 19,99 Euro).

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