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Ringelnatz als leichte Kost: Gekonnte Vorstellung des Dichters

Edemissen Ringelnatz als leichte Kost: Gekonnte Vorstellung des Dichters

Edemissen . So lässt sich der Sommer genießen: In idyllischer Umgebung, unter schattigen Bäumen mit kühlen Getränken und literarischer Kost, die tiefsinnige Heiterkeit erzeugte. Beim Ringelnatz-Abend der Kulturgruppe des Heimat- und Archivvereins Edemissen am Zehntspeicher des historischen Gografenhofes wurden am Wochenende diese Voraussetzungen aufs Beste erfüllt, und knapp 100 Gäste konnten sich angenehm entspannen.

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Idyllisch unter hohen Bäumen genoss das Publikum einen lehrreichen und unterhaltsamen Abend im historischen Gografenhof in Edemissen.

Quelle: im

„Wenn wir nach Hause gehen, wissen wir sicher mehr über Joachim Ringelnatz“, vermutete Reinhard Bartels, Vorsitzender des Heimatvereins Edemissen, bei der Begrüßung.

Er sollte Recht behalten, denn das Kulturteam - Gerhard Gieseking, Ute Heinemann und Ilse Schulz - zeigte Seiten des Schriftstellers, Satirikers und Malers auf, die in der breiten Öffentlichkeit eher unbekannt sind. Sie setzten einzelne Gedichte so pointiert hintereinander, dass die Zeit und das Leben des Protagonisten anschaulich vermittelt wurden.

Der in Wurzen bei Leipzig geborene Ringelnatz (1883 bis 1934), mit bürgerlichem Namen Hans Gustav Bötticher, steht in erster Linie für Schmunzel- Poesie und für die von ihm geschaffene Kunstfigur Kuttel Daddeldu.

„Doch je mehr man sich mit ihm befasst, umso mehr entdeckt man die Tiefe und Zerrissenheit seiner Seele“, erklärte Gieseking, der sich nach eigener Aussage erst mit dem Poeten und seinem Werk anfreunden musste. „Er stellte in seinen Gedichten gern die Welt auf den Kopf, hatte aber auch die Gabe, sich an Kleinigkeiten und Nebensächlichkeiten zu erfreuen und detailgenau zu beschreiben“.

Ob „Klassenkasper“ oder „Nasenkönig“, Ringelnatz hatte es schon in jungen Jahren nicht leicht. Er fuhr zur See, tingelte als wandernder Musikant durch die Lande und verdingte sich als Gelegenheitsarbeiter. Erst sein Auftritt in der Münchner Szenekneipe Simplicissimus 1909 machte ihn in Künstlerkreisen bekannt.

Die Heirat mit Leonharda Pieper, die er liebevoll „Muschelkalk“ nannte, brachte eine gewisse Stabilität in sein Leben, das aber nach wie vor in unruhigen Bahnen verlief und von ständiger Geldnot geprägt war. Mit 51 Jahren verstarb er an Tuberkulose.

Wer Gieseking kennt, weiß, dass er gern zum gemeinsamen Singen auffordert. So geschehen auch am Ringelnatz-Abend. Des seefahrenden Lyrikers zu Ehren wurde unter anderem - von Joachim Liehr auf dem Schifferklavier begleitet - „La Paloma“ zum Besten gegeben.

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