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Reflektor-Folie soll Wildunfälle verhindern

Rietze Reflektor-Folie soll Wildunfälle verhindern

Rietze. Fast 600 Wildunfälle gab es im vergangenen Jahr im Landkreis Peine. Gerade jetzt im Herbst nimmt die Gefahr wieder zu, weil es immer früher dunkel wird. Auf einer Versuchsstrecke an der B214 bei Rietze testet der Arbeitskreis Wildunfälle deshalb Reflektor-Folie als Unfallschutz.

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Schutz gegen Wildunfälle (von links): Sabine Heider, Axel Rühmann, Hermann Lüers und Marcel Lüers haben gestern die Leit-
pfosten an der Bundesstraße 214 bei Rietze mit der neuen Reflektor-Folie beklebt.

Quelle: cb

Die Folien werden auf die Leitpfosten geklebt und sollen das Scheinwerferlicht der Autos diffus in Richtung Feld oder Wald reflektieren. „Die Tiere nehmen das wahr und laufen wieder weg, statt die Straße zu überqueren“, sagt Sabine Heider vom Straßenverkehrsamt des Landkreises Peine.

Im Landkreis Hameln-Pyrmont seien die Reflexfolien bereits erfolgreich getestet worden, die Wildunfälle reduzierten sich drastisch. Jetzt werden auch im Peiner Land mehrere Versuchsstrecken eingerichtet: Gestern haben Vertreter von Jägerschaft und Kreis die Folien auf die Leitpfosten an der B214 zwischen Rietze und Ohof geklebt. „Auf dieser Strecke sind häufig Wildunfälle zu verzeichnen“ sagt Kreisjägermeister Ulrich Graf von Hardenberg. Allein im Jahr 2011 wurden dort 26 Unfälle mit Wild gemeldet.

Zusammen mit Jägern und Polizei trägt der Landkreis Daten zu Wildunfällen zusammen und ermittelt Unfallschwerpunkte. Demnach gab es im vergangenen Jahr 592 Wildunfälle im gesamten Peiner Land, davon 480 Unfälle mit Rehwild. Nicht nur direkte Zusammenstöße sei gefährlich, sagt von Hardenberg: „Viele Unfälle entstehen auch durch Ausweichmanöver.“

Um die Zahl der Wildunfälle zu senken, haben Landkreis und Jägerschaft den Arbeitskreis Wildunfälle gegründet. „Wir haben in den vergangenen Jahren verschiedene Versuche gemacht mit Schildern und Reflektoren“, sagt von Hardenberg. Die bisherigen Wildwarnreflektoren seien aber recht teuer und würden oft beschädigt, etwa beim Säubern der Leitpfosten. Die 120 Reflexfolien, die an der B214 auf die Pfosten geklebt werden, kosten dagegen laut Heider nur 400 Euro. Dadurch lassen sie sich auch auf längeren Strecken einsetzen.

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Tipps für Autofahrer: „Keine Ausweichmanöver!“

„Gerade jetzt, wenn die dunkle Jahreszeit beginnt, wird die Zahl der Wildunfälle wieder steigen“, sagt Sabine Heider vom Landkreis Peine. Nach der Zeitumstellung am kommenden Sonntag wird es besonders gefährlich: „Dann muss sich das Wild auf neue Stoßzeiten im Straßenverkehr einstellen“, sagt Kreisjägermeister Ulrich Graf von Hardenberg. Jägerschaft und Landkreis bitten die Autofahrer deshalb um besondere Aufmerksamkeit – denn Wildschweine und Rehe kennen keine Verkehrsregeln.

Auf Unfall-Schwerpunkte weist laut Heider das Verkehrszeichen „Wildwechsel“ hin. An diesen Stellen sollten Autofahrer langsam und konzentriert weiterfahren – laut Heider mit 60 bis 70 Kilometern pro Stunde – und aufmerksam Wald- und Straßenränder beobachten. Die größte Gefahr droht in der Morgen- und Abenddämmerung, in der Nacht, bei Nebel sowie an Straßen, die durch Waldgebiete führen.

Wenn Wild im Scheinwerferlicht auftaucht: abblenden, bremsen und hupen. „Ein Tier kommt selten allein – man sollte immer mit weiteren Tieren rechnen“, rät Heider.

Wenn ein Unfall unvermeidbar erscheint, sollten Autofahrer das Lenkrad festhalten, bremsen und geradeaus lenken. „Keine Ausweichmanöver, die enden meist am nächsten Baum“, warnt Heider.

Wenn Wild angefahren wurde, sollte man die Warnblinkanlage einschalten, die Unfallstelle sichern, das Tier an den Randstreifen schaffen sowie Polizei, Revierinhaber oder das Forstamt verständigen.

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