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Plockhorst: 32 Gebäude in einer Stunde vernichtet

Die grossen Brände von 1811 Plockhorst: 32 Gebäude in einer Stunde vernichtet

Mit Plockhorst und Eddesse wurden 1811, also vor 200 Jahren, gleich zwei Dörfer der heutigen Gemeinde Edemissen von verheerenden Brandkatastrophen heimgesucht. In Zusammenarbeit mit den beiden Ortsheimatpflegerinnen Silke Freund und Adelheid Schmidt hat sich die PAZ auf Spurensuche begeben.

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Löscheimer aus Leder: Damit wurde gegen Feuer gekämpft.

Quelle: Archiv

Plockhorst. In der Chronik von Plockhorst hat Helmut Evers über den Brand geschrieben. Sein Aufsatz wird hier in Auszügen wiedergegeben.

Das Frühjahr 1811 war ungewöhnlich warm und trocken, die Brunnen hatten nur wenig Wasser. Auf den Feldern herrschte Hochbetrieb, nur Alte, Kranke und Kinder waren im Dorf.

Da kamen Kinder auf die Idee, hinter dem Hirtenhaus auf dem Brink (auf der oberen Karten mit der Nummer 15 gekennzeichnet) ein Feuer zu entzünden. Dazu holten sie brennende Kohlen aus dem Feuer des Hirtenhauses.

Als ein Junge stolperte, fielen die Kohlen ins Stroh – schnell brannte das ganze Haus. Die Funken wurden durch den scharfen Ostwind über das ganze Dorf verteilt. Da die meisten Dächer mit Stroh gedeckt waren, konnte sich das Feuer leicht ausbreiten.

Die Kinder schrien um Hilfe. Von den Feldern kamen die Leute ins Dorf gerannt und versuchten verzweifelt, zu retten, was noch zu retten war. Doch die ledernen Feuereimer, die immer an der Wand der mitten im Dorf gelegenen Kapelle hingen, waren schon verbrannt.

So mussten die Einwohner hilflos mit ansehen, wie innerhalb von 45 Minuten das ganze Dorf in Schutt und Asche sank. Das trockene Fachwerk der Häuser, die alten Eichenbalken und die von der Sonne ausgedörrten Strohdächer brannten wie Zunder. Wohnhäuser, Schafställe, Backhäuser, die Kapelle und die Schule wurden ein Raub der Flammen – insgesamt 32 Gebäude. Nur vier Höfe im Süden des Dorfes blieben verschont.

72 Menschen hatten ihre gesamte Habe verloren, 15 Familien waren ohne Brot.

wos

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