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„Peiner Eulensäger“: Rasant an der Kettensäge

Edemissen „Peiner Eulensäger“: Rasant an der Kettensäge

Edemissen. Wenn an diesem Wochenende etwa 80000 Schützen beim Europaschützenfest in Peine ihre Majestät ermitteln, wird auch ein Mann aus dem Nordkreis ganz besonders mitfiebern: Denn die Schützen schießen die Eulen des Holzkünstlers Clemens Mahler aus Edemissen vom Sockel. Und der ist mit der Kettensäge richtig fix.

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Der „Peiner Eulensäger“ Clemens Mahler mit Motorsäge und Eule an seinem Schnitzplatz in Edemissen.

Quelle: dpa

Der Weg zu Clemens Mahlers Arbeitsplatz ist dabei ein bisschen trist. Auf einem etwas heruntergekommenen Fabrikgelände in Edemissen stehen kaputte Stadtbusse mit zerbrochenen Scheiben im Regen. Hinter einer Halle hat Mahler einen offenen Unterstand. Hier betreibt der 52-Jährige Holzkunst mit der Kettensäge. Aus groben Eichenstämmen arbeitet er filigrane Eulen heraus, die sich Liebhaber eigentlich in den Garten stellen. Das Europaschützenfest in Peine hat dem Holzkünstler nun einen Großauftrag beschert: Die Kontrahenten werden seine Eulen vom Sockel schießen.

Der „Peiner Eulensäger“, wie er sich selbst nennt, hat seine Karriere als Kettensägen-Künstler vor rund vier Jahren mit einem Kurs begonnen. Der erste Versuch, auf eigene Faust einen Bärenkopf zu sägen, scheiterte. „Das ging völlig in die Hose. Das sah aus wie ein Schweinekopf“, sagt Mahler. Dann wurde er immer besser. Mittlerweile verkauft er seine Kunstwerke auf Märkten: Hunderte ausgesägte Tannenbäume, Pilze oder eben die Eulen. Auch eine Holzbank mit Hannover-96-Logo hat er schon gestaltet. Die Eulen macht Mahler, der kein Mann vieler Worte ist, aus Eichen- oder Lärchenholz. „Erst einmal wird der ganze Baum abgeschält bis aufs Kernholz“, erklärt Mahler. Der Block wird grob zugeschnitten. Mit einer extra kleinen Kettensäge arbeitet er dann die feinen Züge des Vogels heraus. Das ist besonders an heißen Tagen anstrengend: „Wenn Sie bei 35 Grad sägen, kriegen sie ja eine Meise.“ Wie lange arbeitet er an einem mittelgroßen Exemplar? „Wenn ich jetzt 30 Minuten sage, würden Sie es mir nicht glauben.“

Für das Europaschützenfest hat er zwei große Eulen als Skulpturen und 18 kleinere Exemplare für den Wettbewerb geliefert. „Es schießen 600 Könige und Prinzen“, sagt Bürgerschaffer und Europaschützenfest-Organisator Thomas Weitling. Etwa 40 Schützen pro Gruppe nehmen dabei nacheinander eine Holzlatte in einer Höhe von zehn Metern ins Visier, auf der eine von Mahlers Eulen sitzt. Die Latte sollte laut Weitling nach etwa 250 Treffern mit dem Kleinkalibergewehr brechen. Ist es Zufall, wer die Eule – bekannterweise das Wahrzeichen der Stadt Peine – am Ende herunterschießt? „Absolut.“

Die Eulen für das Fest hat „Eulensäger“ Mahler übrigens frei Hand gesägt, ohne vorher die Form aufs Holz zu zeichnen. Die fertige Eule wird mit einem handwerklichen Dreiklang vollendet: „Geflammt, geschliffen, eingeölt“, zählt Mahler auf. So ein Holztier sei dann auch sehr lange haltbar: „Wenn sie das regelmäßig einölen, hält es 100 Jahre.“

dpa

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