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Panzergranate flog über die Häuser hinweg

Edemissen Panzergranate flog über die Häuser hinweg

Wipshausen. Nach 67 Jahren ist der 85-jährige Kurt Goller aus Stuttgart nach Wipshausen zurückgekehrt, um gemeinsam mit Horst Gieseke (80) den Ort wiederzusehen, an dem er das Ende des Zweiten Weltkriegs beinahe nicht erlebt hätte. Die beiden Männer tauschen seit elf Jahren ihre Erinnerungen aus.

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Schützenfest 1948: Im Hintergrund ist der ausgebrannte Panzer zu sehen. Das Bild stammt aus der Ortschronik.

Quelle: oh

Um ein Haar wäre es übel für Wipshausen ausgegangen an jenem 10. April 1945, als der Jagdpanther von Kurt Goller samt der Munition ausbrannte. Selbst durch eine Panzergranate aus dem Geschütz kam niemand in Wipshausen zu Schaden. Die Einheit des damals 19-Jährigen hatte irgendwo getarnt Stellung beziehen und weiter gegen die Alliierten kämpfen sollen, die bereits weit vorgedrungen waren.

Der 14-jährige Horst Gieseke hatte am 1. April seine Schmiedelehre in Meerdorf angefangen, war aber von seinem Meister angesichts der brisanten Lage nach Hause geschickt worden. „Er hat gesagt, dass die Amerikaner schon in Peine sind. Ich sollte mal lieber nach Hause radeln und warten, bis sich die Lage beruhigt hat“, erinnert sich der Wipshausener.

„Als ich die Panzer durchs Dorf rollen gehört habe, habe ich gedacht, das sind die Amerikaner, dabei waren es deutsche Jagdpanther, die sich verfahren hatten.“ Ungefähr um 22 Uhr meinte er, Gefechtslärm zu hören. „Dann kam auch der alte Kleemeyer mit Tatütata auf seinem Fahrrad durchs Dorf gefahren und hat uns gewarnt, dass es bei Wilhelm Heinekes Hof brennt“, erinnert sich Gieseke.

„Es waren aber 60 Schuss Munition aus meinem Jagdpanther, die losgingen, als erst der Vergaser und dann der Panzer in Brand geraten war“, erklärt Kurt Goller. „Wir konnten uns in Sicherheit bringen, aber der Panzer brannte völlig aus. Gott sei Dank hatten wir ihn zufällig so abgestellt, dass die Panzergranate aus dem Rohr weit über die Hausdächer hinwegging.“

Allerdings lief eine brennbare Flüssigkeit aus dem Panzer heraus und auf dem abschüssigen Gelände direkt auf ein Haus zu. Eilig wurde ein Graben gebuddelt - und die Gefahr war gebannt. Aber die große Kastanie war abgebrannt.

Der ausgebrannte Panzer erinnerte die Dorfbevölkerung noch jahrelang an den Krieg: Auf einem alten Foto aus der Ortschronik vom Schützenumzug 1948 ist er noch immer deutlich im Hintergrund zu sehen.

sz

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