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PAZ-Heimatpflege-Serie: Theodor Richelmann

Edemissen PAZ-Heimatpflege-Serie: Theodor Richelmann

Wipshausen. In enger Zusammenarbeit mit den Ortsheimatpflegern veröffentlicht die PAZ in loser Folge Texte zur Geschichte der Gemeinde Edemissen. Der heutige Beitrag stammt von Wolfgang Borngräber aus Wipshausen.

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Theodor Richelmann.

Quelle: oh

Es war nicht leicht, nach den Wirren des Zweiten Weltkrieges wieder so etwas wie Ordnung herzustellen. Auch in der Kommunalpolitik war dies eine große Herausforderung. Viele Menschen waren geprägt durch die Kriegs- und Vorkriegszeit und zunächst nicht bereit, Verantwortung für ein neues, demokratisches Gebilde nach den Vorstellungen der Siegermächte zu übernehmen. Zudem war die Militärkommandatur darauf bedacht, Personen ohne Nazi-Vergangenheit für diese Aufgaben zu finden. Einer davon war Theodor Richelmann.

Die erste Sitzung des Gemeinderates von Wipshausen nach dem Krieg fand am 12. Januar 1946 statt. „Da es im Protokollbuch keine Hinweise auf Parteizugehörigkeiten oder Wahlen für das Gremium gibt, können nur die Mitglieder namentlich genannt werden“, erklärt Borngräber.

Zum Rat gehörten Heinrich Baars, Wilhelm Gödecke, Albert Grobe, Gustav Hauer, Albert Heinecke, Theodor Richelmann, Otto Spandau und Bürgermeister Ernst Homann.

Schon am 5. Juli 1946 gab es aufgrund der Intervention der damaligen britischen Militärkommandantur Neuwahlen zum Gemeinderat. Theodor Richelmann wurde mit sieben Ja-Stimmen und einer Enthaltung zum neuen Bürgermeister gewählt. Der bisherige Amtsinhaber Ernst Homann wurde Gemeindedirektor. Im Zuge der Umstellung der Kommunalverwaltung auf demokratische Strukturen musste unter anderem der neue Bürgermeister zu einem Schnelllehrgang für Kommunalverwaltung nach Hahnenklee. Anekdote am Rande: Er war befugt, seine eigene Verpflegung mitzubringen.

Der neue Rat war nicht lange im Amt: Bereits am 27. September gab es wieder Neuwahlen. Diesem Gremium gehörten Heinrich Baars, Heinrich Buchholz, Wilhelm Brennecke, Albert Grobe, Gustav Hauer, Albert Heinecke, Heinz Sievers und der einstimmig gewählte Bürgermeister Theodor Richelmann an. Gemeindedirektor war wie bisher Ernst Homann. Zudem gab es mit Paul Klaue einen so genannten Flüchtlingsvertreter.

Wahlen am 9. Oktober 1947 bestätigten den Gemeinderat. Änderungen gab es am 4. Dezember 1948: Theodor Richelmann kandidierte nicht wieder als Bürgermeister. Dieses Amt übernahm der bisherige Gemeindedirektor Ernst Homann. Dessen Posten wurde fortan von Ernst Bendzio bekleidet.

„Diese Angaben verstehe ich als Ergänzung zu unserer Ortschronik, denn es gibt dort keine Informationen über den Zeitraum direkt nach dem Zweiten Weltkrieg“, sagt Borngräber.

wos

PAZ-INFO: Theodor Richelmann

Theodor Richelmann war Frontkämpfer im Ersten Weltkrieg und nie Parteigenosse der NSDAP. Als ehemaliger Schachtmeister war er vielmehr der Baugewerkerschaft und der Sozialdemokratie verbunden. Viele örtliche NSDAP-Mandatsträger bewahrte er mit seinen Leumundszeugnissen für die britische Militärregierung vor der Internierungshaft.

Damit habe er eine versöhnliche Basis für die Dorfgemeinschaft geschaffen, die in dieser Zeit vor großen Herausforderungen stand. Durch die Aufnahme von Vertrieben waren die Einwohnerzahlen explodiert. 1936 lebten in Wipshausen noch 537 Menschen, in der benachbarten kleinen Gemeinde Horst 136. Im ersten Nachkriegsjahr waren es fast doppelt so viele, nämlich 1046 in Wipshausen und 248 in Horst.

Heute hat Wipshausen einschließlich der damaligen Gemeinde Horst rund 1700 Einwohner und ist die drittgrößte Ortschaft der Gemeinde Edemissen.

wos

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