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Niedersachsens erste Werkpolierin: Anja Maßlau

Edemissen Niedersachsens erste Werkpolierin: Anja Maßlau

Edemissen. Sie beherrscht eine Männerdomäne: Anja Maßlau aus Edemissen ist Niedersachsens erste Werkpolierin. Noch nie in der Geschichte der Handwerkskammer Vechta hat eine Frau diese Fortbildung absolviert.

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Die Werkpolierin Anja Maßlau aus Edemissen.

Quelle: ju

Doch die 44-Jährige hat sich sechs Wochen lang durch den umfangreichen Lehrplan gekämpft, nun hat sie abgeschlossen - als Prüfungsbeste.

Dabei sollte die gelernte Bauzeichnerin erst gar nicht zur Prüfung zugelassen werden. „Es hat noch nie eine Frau an der Fortbildung teilgenommen“, erklärt Maßlaus Chef Frank Niessink von Niessink Bau in Edemissen. Das Problem: Als Bauzeichnerin ist Maßlau keine so große Praktikerin wie Maurer oder Betonbauer. „Ich musste extra einen Brief aufsetzen, um zu bekräftigen, dass Frau Maßlau über ausreichend praktische Erfahrungen im Bau verfügt, um an der Prüfung teilzunehmen.“ Außerdem musste Maßlau diverse Zeugnisse vorlegen - bei den Männern genügte der Gesellenbrief.

Doch Maßlau hat das nicht gestört. „Ich hatte in den sechs Wochen in Vechta keine Probleme mit den Männern - die vielleicht eher mit mir.“ Anfangs seien die Kollegen etwas zurückhaltender gewesen. „Ich habe aber schnell gelernt, dass Männer anders reden - derber.“ Und neckische Nachfragen, ob Maßlau etwa den Männern etwas kochen könne, habe die 44-Jährige geschickt ignoriert.

„Es hat wirklich sehr viel Spaß gemacht“, blickt Maßlau auf die Fortbildungszeit zurück. „Und ich habe viel gelernt.“ Auch, wenn wesentliche Teile des Lehrplans für sie bei Niessink Bau bereits seit einem Jahr als Bauleiterin zur täglichen Arbeit gehören.

Qualitätssicherung, Arbeitsanweisung, Vorbereitungen, Materialbestellung, Baustellen-Sicherheit und Arbeitsschutz, Bauplanung und Personalführung - all das waren Lehrinhalte, und all das macht Maßlau als Niessinks rechte Hand Tag für Tag. „Ich bin eher die Theoretikerin, aber das hat mir vielleicht bei den Prüfungen geholfen. Ich kann meine Gedanken gut zu Papier bringen.“

Doch warum wird eine Frau, die bereits Baustellen leitet, noch Werkpolierin? „Unsere Branche verändert sich rasend schnell. Ständig gibt es neue Normen und Richtlinien“, sagt Niessink. „Es ist immer gut, sich weiterzubilden.“ Durch die Fortbildung sei Maßlau nun in ihrem Wissen noch fundierter und ist zudem ausgezeichnet. „Dass sie die erste Frau ist und noch als Beste abgeschnitten hat, macht mich schon stolz“, so Niessink, der bereits weiter plant: „Als nächstes wird Frau Maßlau dann die erste geprüfte Polierin.“

PAZ-INFO: Was ist ein Werkpolier?

Der Werkpolier ist die nächste Stufe nach dem Vorarbeiter. Er übernimmt Fach- und Führungsaufgaben bei der Ausführung von Bauarbeiten. Er leitet kleinere Baustellen oder ist auf größeren Baustellen für mehrere Kolonnen verantwortlich, die wiederum von je einem Vorarbeiter geführt werden.

Voraussetzung für die Zulassung zur Prüfung zum Werkpolier sind in der Regel eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung in einem Bauberuf sowie eine mehrjährige Berufspraxis in der Baubranche.

Der Werkpolier ist eine Aufstiegsfortbildung nach dem Berufsbildungsgesetz. Die Fortbildungsprüfung ist durch Rechtsvorschriften der zuständigen Kammern geordnet.

Durch eine weiter erfolgreich abgeschlossene Fortbildung kann ein Werkpolier zum geprüften Polier werden. Zusätzliche Lehrinhalte sind dann Kalkulation und Betriebswirtschaft.

ju

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