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Moderner Chat mit alten Fernschreibern

Böumenhagen Moderner Chat mit alten Fernschreibern

Blumenhagen. Wenn Henning Treumann mit seinem Freund in Australien plaudern will, dann ruft er ihn nicht einfach an. Er schreibt auch keine E-Mail oder chattet am Computer. Nein, der Blumenhagener setzt sich an seinen alten Fernschreiber und schreibt Telegramme - unterstützt durch die Leistung des Internets.

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Henning Treumann an seinem etwa 65 Jahre alten Lorenz-Fernschreiber und mit dem Modular-System zum i-Telex-Netz.

Quelle: ju

Böumenhagen . „Es ist faszinierend, wie sich alte mit modernen Komponenten verbinden lassen“, sagt Treumann, der gemeinsam mit anderen Tüftlern eine Idee entwickelt hat, alte Fernschreiber über das Internet zu vernetzen. Die technikbegeisterten Bastler organisieren sich in der i-Telex-Group und stammen aus Deutschland, Italien, Australien und den Niederlanden.

„Die Nachricht eines Fernschreibers war quasi der Vorgänger der E-Mail“, so Treumann. „Sie wurden vor allem von Firmen verwendet.“ Gegen eine monatliche Grundgebühr habe man mit den Geräten über das Telex-Netz kommuniziert. Stecker in die Wand, fertig. Seit 2007 ist das Netz allerdings abgeschaltet. „Da kam uns die Idee, die Geräte über das Internet zu verknüpfen“, sagt Treumann. „So haben wir das Telex-Netz nachgebildet.“

Eine Menge kleiner Stecker, Lämpchen und Drähte bilden nun auf verschiedenen Platinen die Brücke zwischen historischen Fernschreibern und dem modernen Internet. „Retro-Interfacing“ nennt sich diese Kombination aus Jung und Alt. Früher hat eine zentrale Telex-Vermittlungsstelle einen ganzen Raum gefüllt, heute passt sie in einen Schuhkarton.

Das Modular-System besteht aus einzelnen Platinen für das Gerät, für das Internet und für die Stromversorgung. „Wie genau das funktioniert, ist nicht so einfach zu erklären“, sagt der Amateur-Funker, der sich sein technisches Fachwissen über die Jahre selbst angeeignet hat. „Mit 14 Jahren bekam ich meinen ersten Fernschreiber geschenkt“, erinnert sich der heute 51-Jährige. „Seither hat mich die Begeisterung dafür gepackt.“ Wie auch die mehr als 50 weiteren Mitglieder der i-Telex-Group sammelt Treumann Fernschreiber, restauriert sie und bringt sie wieder zum Laufen. „Wir tauschen unser Wissen aus oder bestellen gemeinsam Ersatzteile bei Fachhändlern“, sagt Treumann.

Der Blumenhagener stellt seine Leidenschaft an diesem Wochenende bei der Maker Faire in Hannover vor. Gemeinsam mit zwei Kollegen aus der Gruppe stellt Treumann dort Fernschreiber aus und ermöglicht Interessierten die Kommunikation zwischen zwei Geräten. „Gerade bei Kindern kommt das immer sehr gut an“, erzählt Treumann, der zum dritten Mal bei der „Maker Faire“ dabei ist. „Das Antike fasziniert sie - genau wie mich.“

ju

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