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Mitten in Edemissen brütet ein Grünspecht

Edemissen Mitten in Edemissen brütet ein Grünspecht

Edemissen. Seit Ende Juni ist die Filiale der Bäckerei Bohlmann an der Ecke Eichenweg/Am Raffturm in Edemissen geschlossen. Das etwa 2000 Quadratmeter große Grundstück, das zum Ladengebäude gehört, steht zum Verkauf und wurde bereits inseriert. Es ist derzeit im Besitz der Forstinteressentenschaft. Von einer neuen Nutzung betroffen sein wird unter anderem auch der Grünspecht, der seit Jahren in einer alten Weide brütet.

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Quelle: oh

„Das Grundstück war über Jahre hinweg fast unberührt, so dass sich dort die Natur ausbreiten konnte“, sagt Nachbar Paul Ahrens. Ihm sei klar, dass das Grundstück nicht immer im derzeitigen Zustand bleiben wird. Er wolle aber erreichen, dass bei einer neuen Nutzung auf die Tiere Rücksicht genommen wird, die dort heimisch geworden sind.

Der 18-jährige Naturfreund beobachtet das tierische Leben auf dem betreffenden Areal schon lange. Um auf den Brutbaum hinzuweisen, hat er sich bereits an mehrere Stellen gewandt.

Der Fall sei rechtlich ganz klar, sagen mehrere Fachleute auf Nachfrage der PAZ. Elke Kentner von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises erklärt: „Lebensstätten geschützter Arten dürfen nicht aus der Natur entfernt werden. Da alle heimischen Vogelarten geschützt sind, gilt das auch in diesem Fall.“ Wenn Brutstätten dennoch entfernt werden, müsse Ersatz geschaffen werden.

Für den Grünspecht sei das nicht einfach, denn er brüte immer an derselben Stelle und nehme künstliche Ersatzbauten schlecht an. Innerörtliche natürliche Alternativen gebe es nur äußerst selten. „Wenn für das betreffende Grundstück ein Bauantrag gestellt wird, werden wir all diese Fragen mit abarbeiten“, sagt sie.

„Auch uns liegt der Grünspecht sehr am Herzen, wir sind hier aber nicht zuständig“, sagt Karin Engelhardt von der Gemeinde Edemissen. Es gebe in der Gemeinde keine Baumschutzsatzung, man habe lediglich einzelne Bäume besonders im Auge. „Für die Einhaltung des Artenschutzes ist aber letztlich jeder selbst verantwortlich. Wenn dagegen verstoßen wird, wird das entsprechend verfolgt und geahndet“, sagt Engelhardt.

Der Baum stehe so auf dem Grundstück, dass er bei einer eventuellen neuen Bebauung ohne Weiteres erhalten bleiben kann, sagt Hans-Werner Kuklik, Naturschutzbeauftragter des Landkreises Peine. „Vielleicht könnte die Gemeinde zu gegebener Zeit den neuen Eigentümer auf die Problematik hinweisen. Sie ist ja quasi am nächsten dran“, regt er an. Dann könne niemand sagen, er hätte von der Bedeutung des Baumes als Kinderstube für junge Grünspechte nichts gewusst.

wos

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