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„Königsborg“: Geplante Burganlage König Heinrichs IV.?

Abbensen „Königsborg“: Geplante Burganlage König Heinrichs IV.?

Archäologische Untersuchungen auf der „Königsborg“ zwischen Abbensen und Dollbergen haben Hinweise auf eine geplante Burganlage König Heinrichs IV. ergeben. Dies ist das Ergebnis von Forschungen des Archäologen Thomas Budde, die er im Auftrag des Heimat- und Archivvereins Edemissen unternahm.

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Kartenausschnitt der Kurhannoverschen Landesaufnahme von 1781 mit Eintrag der Königsborg. Oben Dollbergen, links unten die Oelerser „Neue Mühle“, rechts die Wollbornquelle.

Quelle: Quelle: LGLN Hannover

Abbensen. Im Sommer 2014 nahm Budde im Bereich der „Königsborg“ Probebohrungen vor. Luftbildbefunde und Geländemerkmale deuteten auf einen begonnenen, aber nicht vollendeten Burgenbau hin, erklärt Budde. Die Bohrsondage habe ergeben, dass ein ausgezeichneter Baugrund für eine Burganlage vorliege. „Die Zusammensetzung der Bohrprofile bestätigte allerdings den Verdacht, dass hier wohl nie gesiedelt worden ist, das heißt, eine genutzte Anlage kaum bestanden haben kann.“

Im Sommer 2015 wurden auf dem Abbenser Teil der Königsborg Probegrabungen vorgenommen. „Die Arbeiten wurden vom Heimat- und Archivverein Edemissen unterstützt. Wichtigste Helfer waren wie zuvor Thomas Kuczniers aus Blumenhagen und Adolf Sodemann aus Abbensen sowie Florian Kobbe aus Uetze“, so Budde.

Die ersten beiden Suchschnitte brachten für die Burgenforschung enttäuschende Ergebnisse. Mit dem dritten und vierten Suchschnitt wurde eine auffallende regelmäßig-sechseckige Luftbildstruktur am Ostrand der Fuhseniederung untersucht. Es habe sich der Hinweis eines Bodeneingriffs an dieser Stelle ergeben, doch fanden sich nicht etwa Fundamente, sondern Spuren eines wieder verfüllten Grabens, der als begonnener Fundamentgraben für einen Turm zu deuten sei, führt Budde aus.

„Da Sechsecktürme äußerst selten in der Burgenarchitektur vorkommen, ergeben sich wenige, dafür umso engere Vergleichsmöglichkeiten für den Abbenser Grundriss“, erklärt Budde. Bester Vergleich sind die beiden auch etwa gleich großen Tortürme der Burgruine Sachsenstein am Südharz bei Bad Sachsa. Sie gehören zu einem Burgensystem Kaiser Heinrichs IV., das dieser in der Frühzeit seine Herrschaft ab 1069/70 in den Gebieten des Stammesherzogtums Sachsen und Thüringen anlegen ließ. Dies führte zu den Sachsenkriegen.

Im Frieden von Gerstungen musste Heinrich 1074 einer Schleifung der gerade errichteten, zum Teil noch im Bau befindlichen Burgen zustimmen. Viel deute darauf hin, dass die Königsborg ebenfalls eine begonnene, um 1074 wieder aufgegebene Reichsburg Heinrichs IV. sei, was mithin das bisher einzige Beispiel in der niedersächsischen Tiefebene wäre. Budde: Um diese wichtige Erkenntnis zu untermauern, müssten weitere Erkundungen auch auf Dollberger Gebiet und den angrenzenden „Römerwiesen“ vorgenommen werden.

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