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Klangschattierungen mit Brokat-Schimmer

Instrumentales Zwiegespräch Klangschattierungen mit Brokat-Schimmer

Man muss die Feste feiern, wie sie fallen – selbst, wenn es „nur“ um Äußerlichkeiten wie den barocken Orgelprospekt geht. Dieses kostbare Kleid des Instrumentes in der Edemisser Martin-Luther-Kirche ist 300 Jahre alt. Ihm zu Ehren gab es in der Kirche ein Konzert.

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Christof Pannes und Johannes Rauterberg bestritten das Jubiläumskonzert in der Martin-Luther-Kirche Edemissen, der 300 Jahre alt ist.

Quelle: Ralf Büchler

Edemissen. Überaus attraktiv sieht sie aus, die Orgelfassade aus der Zeit des Barocks, die das Instrument in der Edemisser Martin-Luther-Kirche ziert. In der Fachsprache wird diese Hülle Prospekt genannt. 300 Jahre lang hat sie dem Zahn der Zeit widerstanden – allemal Grund zum Jubeln und Musizieren, wobei es in diesem Fall nicht ausschließlich um äußerliche Attraktivität ging.

Die inneren, also klanglichen Werte der Orgel erforschte Kirchenkreiskantor Christof Pannes anlässlich des Jubiläumskonzertes vor aufmerksamem Publikum und ließ sich dabei auf der Empore von Johannes Rauterberg auf der Trompete unterstützen. Die etwa 100 Besucher im Kirchenschiff waren vom Ergebnis der musikalischen Forschungsreise durch die Barockmusik derart hingerissen und offenbar auch ergriffen, dass es sie buchstäblich von den Stühlen riss und sie den Musikern zum Schluss stehend applaudierten.
Kraftvoller Trompetenklang

Wer auf den durchaus kraftvollen Einstieg in Bachs Präludium und Fuge c-Moll nicht vorbereitet war, zuckte gleich zu Anfang des Konzertes erschreckt zusammen: Pannes war nämlich, wie man ihn auch aus St. Jakobi in Peine kennt, in seinem Element.

So kraftvoll wie meditativ sein Bach, so wuchtig wie zuweilen geradezu lieblich seine Interpretation des Präludiums in C-Dur von Vincent Lübeck. Aber C-Dur am Ewigkeitssonntag? „Am Ende ist überall Musik“ hatte Pastor Christian Ratz in seiner Begrüßung behauptet und meinte den Lobpreis Gottes in der Ewigkeit. Kein Grund also für gedeckte barocke Zurückhaltung, sondern volle Pulle zum Lobe des Herren. Auch und besonders für Rauterberg, dessen kraftvoll-triumphaler Trompetenklang immer wieder mehr als nur aufhorchen ließ.

Nun erinnern gleichzeitiges Orgel- und Trompetenspiel ein bisschen an den Straßenverkehr – gegenseitige Rücksichtnahme ist dabei unumgänglich, wenn zwei Musiker an zwei auf den ersten Blick so gegensätzlich erscheinenden Instrumenten gemeinsam konzertieren. Aber Pannes und Rauterberg haben sowohl Programm als auch ihre musikalischen Professionen und Vorlieben feinnervig zu anspruchsvollem barock-instrumentalem Zwiegespräch zusammengefügt.

Pannes erreicht durch routinierte Registrierungen ungeahnte, wie Brokat schimmernde Klangschattierungen, quittiert die Trompeteneinsätze geschmeidig, Rauterberg federt darauf ab – mal schmeicheln die Ventile der Klaviatur und dann wieder umgekehrt – wobei genaugenommen hier zwei Blasinstrumente sozusagen Taste an Taste partnerschaftlich agieren.

Sowohl der Applaus und die Zufriedenheit des Publikums als auch die makellose Konzert-Tätigkeit des Organisten belegen, dass äußere Schönheit zuweilen auch durch gute innere Anlagen überzeugen kann. Ein Grund zum Feiern.

Ulrich Jaschek

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