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Kirche in Wipshausen ist (fast) glockenlos

Wipshausen Kirche in Wipshausen ist (fast) glockenlos

Dass seit gestern nur noch die kleinste und neueste der drei Glocken im Turm der St.-Sebastian-Kirche in Wipshausen hängt, wird kaum jemand bemerken. Nicht zu überhören sein wird allerdings, wenn Ende März alle wieder an ihrem angestammten Platz hängen: Dann kann endlich wie früher ein satter Dreiklang die Gläubigen zum Gottesdienst rufen.

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Per Seilwinde wurden die Glocken Zentimeter für Zentimeter im Turm herabgelassen.

Quelle: im

Wipshausen. Aus den Zwischendecken im Glockenturm wurden Bohlen entfernt, die Tür vom Kirchenraum in den Turm wurde samt Zarge ausgebaut und der Durchgang vergrößert, und so konnte es gestern Morgen pünktlich losgehen: Die beiden großen Glocken wurden von einer Fachfirma aus Pirna ausgebaut.

Die Handwerker brauchen dazu nicht nur Kraft, sondern auch eine kräftige Stimme: Mit einem Seilzug werden die beiden Glocken Zentimeter für Zentimeter ganz vorsichtig im Glockenturm herabgelassen und auf eine vorbereitete Palette gestellt. Die Abstimmung zwischen den Männern oben und unten im Turm erfolgt mittels Zuruf.

Mit einer Lastenwaage, die zwischen Zugkette und Glocke gehängt werden kann, wird das genaue Gewicht ermittelt. 400 und 200 Kilogramm zeigt die Waage an. „Das wird für den Sachverständigen und für die Bücher erfasst“, erklärt Pastor Hartmut Seelenbinder. Auf beiden Glocken ist vermerkt, wann sie gegossen wurden: Aus dem Jahr 1676 stammt das größere,  von 1650 das kleine Exemplar.

Mit einem Hubwagen, extra vorbereiteten Holzkeilen und viel Muskelkraft werden die Glocken dann die beiden kleinen Stufen hinauf und durch die weit geöffneten Flügeltüren hindurch nach draußen und weiter in eine Garage gebracht. Heute gehen sie auf die Reise zur Firma Lachenmeyer ins bayerische Nördlingen, wo sie fachgerecht geschweißt werden.

„Während die Glocken in Reparatur sind, wird der Glockenstuhl erneuert. Der alte ist aus Metall und recht wartungsintensiv. Er müsste normalerweise alle 30 bis 40 Jahre auseinandergenommen und gestrichen werden. Das ist natürlich sehr schwer zu realisieren“, sagt Seelenbinder.

Nun soll er durch einen Glockenstuhl aus abgelagertem Eichenholz ersetzt werden, der wartungsfrei Jahrhunderte überdauern kann.

Ein Jahr lang haben die Bürger und das Pastorenehepaar Seelenbinder äußerst kreativ und engagiert viele Aktionen durchgeführt, um das Geld für die Restaurierung der beiden beschädigten Glocken zusammenzubekommen. Ganz reicht es noch nicht, aber es ist immerhin inzwischen so viel, dass die Arbeiten in Auftrag gegeben werden konnten (PAZ berichtete mehrfach). Damit ist das Ziel, dass die Glocken am Konfirmationssonntag, 1. April, wieder im festlichen Dreiklang zu hören sind, in greifbare Nähe gerückt.

wos

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