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Kali-Schächte sind fertig verfüllt

Edemissen Kali-Schächte sind fertig verfüllt

Edemissen. Die Verfüllung der beiden ehemaligen Kali-Schächte in Klein Oedesse und Berkhöpen ist nun offiziell abgeschlossen. „Die Deckel sind drauf“, bestätigte Ingenieur Rainer Selbach von der zuständigen Kali- und Salz-Aktiengesellschaft, Abteilung inaktive Werke, auf Nachfrage der PAZ.

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Schachtverfüllung in Klein Oedesse: Zig Tonnen Kies und Schotter wurden dort eingebracht.

Quelle: oh

Die Deckel - das sind 30 Zentimeter dicke Betonplatten mit einem Durchmesser von 4,50 Meter und 5,50 Meter.

Verfüllt wurde der Klein Oedesser Schacht übrigens mit exakt 14 122 Tonnen Schotter und 6414 Tonnen Kies, erklärte Selbach. Etwa 730 Lastwagenladungen waren dafür erforderlich. In etwa die gleiche Menge sei in den Schacht in Berkhöpen gefüllt worden. Um später überprüfen zu können ob gegebenenfalls noch Material nachgefüllt werden muss, seien in die massiven Betonplatten Kanaldeckel eingelassen worden. Der Ingenieur rechnet jedoch nicht damit, dass dies erforderlich sein wird.

Die Baustraßen, die zur Anlieferung des Materials zur Verfüllung erforderlich waren, sind bereits komplett zurückgebaut worden. Wieder aufgebaut werden soll demnächst der Spielplatz am Kalischacht, der bei der Verfüllung im Weg war. Die eingelagerten Spielgeräte sollen aufbereitet und dann wieder aufgestellt werden. Wann dies genau geschehe, stehe noch nicht fest, so Selbach.

Als voraussichtlich letzte Arbeit am Kalischacht steht für die Kali- und Salz-Aktiengesellschaft die Rekultivierung des Bereichs um die Schächte und die Baustraßen auf der Agenda. Unter anderem soll Rasen gesät und neue Bäume gepflanzt werden.

Zur Geschichte: Ab 1862 fand bei Edemissen unter der Leitung von Professor Georg Christian Konrad Hunäus die dritte Erdölbohrung in Deutschland statt. Die Ausbeute war zunächst wenig ergiebig. Den Durchbruch erlebte die Erdölförderung am 21. Juli 1881: Mit dem Turm „Mohr 3“ stieß man bei 37,5 Metern und 66 Metern auf eine Sandsteinschicht, aus der Erdöl emporschoss. Aus dem Bohrloch sprudelten täglich 75 000 Liter Öl - für damalige Verhältnisse eine sensationell große Menge, heißt es auf der Internet-Seite über die Geschichte Oelheims, www.oelheim.eu.

Die Siedlung, in der Bohrmeister und Hilfskräfte wohnten, nannte man in hoffnungsvoller Erwartung Ölheim. Um 1885 hatte Oelheim bereits 69 Einwohner, viele Petroleumbohrwerke mit unzähligen Bohrtürmen, und ein von nah und fern gut besuchtes Solbad, das Waltersbad.

Die Geschichte des Bergbau

Etwa vom Jahre 1904/05 begannen die Hannoverschen Kaliwerke AG in Klein Oedesse mit der Abteufung des Schachtes „Oedesse I“. Im Jahre 1912 war die Endsohle mit etwa 905 Meter Tiefe erreicht. Von 1913 bis 1925 wurde Kalisalz gefördert, das vorwiegend als Dünger genutzt wurde.Von 1913 bis 1915 wurde noch ein 670 Meter tiefer zweiter Schacht („Berkhöpen II“) abgeteuft. Erst 1918 wurden die beiden Schächte in 540 Meter und 660 Meter Tiefe miteinander verbunden. Der Schacht „Berkhöpen II“ diente von nun an als Wetterschacht, also zur Versorgung mit Frischluft. 1925 wurde der Abbau in Klein Oedesse eingestellt. Am 12./13. August 1936 kam es zu einem Wassereinbruch (Laugeneinbruch) in der stillgelegten Schachtanlage, die innerhalb kürzester Zeit vollkommen absoff. Die Anlage wurde 1937 auf „Abbruch“ verkauft und das Abraummaterial in den Schächten verfüllt. Der ehemalige Schacht „Oedesse“ ist bis etwa zur Hälfte verfüllt, der Rest steht bis kurz unter der Oberfläche vollkommen unter Wasser. Der Einstieg ist heute mit einem Betondeckel verschlossen.

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