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Intimes Klavier-Kabarett mit Liese-Lotte Lübke

Edemissen Intimes Klavier-Kabarett mit Liese-Lotte Lübke

Abbensen. „Gern klein - dafür fein!“ wählen als Motto seit 18 Jahren die Vorsitzende Rosemarie Deyerling und ihr Team für Inhalt und Variation ihres Kulturprogramms im Kunsttreff Abbensen.

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In Aktion am Klavier: Die vielen Gesichter der Liese-Lotte Lübke.

Quelle: hl/3

So hatte sich zum augenzwinkernden und zuträglich intimen Klavierkabarett der Hannoveranenerin Liese-Lotte Lübke eine erlesene Zuhörerschar eingefunden, die ihr Kommen ob der zweistündigen Entführung in die Welt der teils amüsanten, teils nachdenklichen Trilogie „Darstellende Kunst, Lyrik und Musik“ nicht bereuten.

„Bloß Liese“ hatte die Kabarettistin ihr Programm genannt, was in der angedeuteten Geringschätzung allenfalls auf die Klavierbegleitung zutraf, die während des Abends in ihrem stereotypen, meist viertaktigen Looping relativ einfach blieb. Doch was man in separater Be-trachtung dieser jeweils vier har-monischen Rückungen als simpel abtun konnte, entpuppte sich als unauffällig wirkende und allein die Sprache und seine mimisch-deklamatorische Transposition in den Vordergrund rückende Basis.

Hier lag Lübkes Stärke: Ein unglaublich vielseitiges Pensum an (natürlich auswendig) vorgetragenen Texten, deren konkrete Inhalte aus der eigenen Alltagsrealität stammen - hintergründig und pointiert vorgetragen, ohne moralischen Zeigefinger. Da skizziert sie als künstlerische Hartz-IV-Empfängerin das Anstehen im Job-Center, in dem man gleich einem Irrenhaus ohne Kundennummer hoffnungslos wartet, oder die Begegnung mit ihrem Chef als „Spießer“, der alles Liebenswerte in seinem Leben „durch Macht und Geld ersetzt“ hat. Ihm ruft sie zu: „Zieh mal den Stock aus deinem Arsch!“

Auf Grund eigener Erfahrungen wendet sich die Kabarettistin auch allgemein-menschlichen Themen zu. So den Problemen der Ellenbogen-Gesellschaft, die oft nicht mehr „das Herz auf der Zunge trägt“: „Die Welt hat sich geschunden auf Grund der Überstunden.“ Sehr authentisch wirkt auch ihre süffisant vorgetragene Kritik an der Frauenquote, die sie für sich als Beleidigung empfindet. Egal, welches Geschlecht - „Wer einen Job macht, sollte auch dazu taugen.“ Egozentrische Nachdenklichkeit unter den Zuhörern breitet sich aus angesichts der Sentenz des nächsten Songs: „Es ist eben leichter, über andere zu lachen; dann muss man sich über sich selbst keine Gedanken machen.“

Am Ende ihres inhaltlich fesselnden Programms wird Lübke nach einem Studium des Bestsellers „Wie werde ich Lobbyist in 100 Tagen“ politisch. Sie empfiehlt satirisch unter der Prämisse, dass es für Veränderungen nie zu spät ist: „Gibt es irgendein Problem - Kopf in den Sand; ist irgendetwas unbequem - Kopf in den Sand!“ Und alle Zuhörer übernehmen aktiv mitsingend den Refrain dieses Ohrwurms.

Dem dankbaren Applaus und der herzlichen Verabschiedung durch die Kunsttreff-Vorsitzende folgen noch zwei Zugaben.

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