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Inschrift an Edemisser Kirche stammt von 1504

Edemissen Inschrift an Edemisser Kirche stammt von 1504

Edemissen. Die Bau-Inschrift an der Sakristei der Edemisser Kirche sorgte lange Zeit für Diskussionen. Die Zahl wurde als 1204 und auch als 1104 gelesen, heißt aber tatsächlich 1504, wie der Archäologe Thomas Budde im März mitteilte. 

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Gut sichtbar an der Sakristei prangt die rätselhafte Inschrift.

Quelle: A

Nun legt er weitere Belege für die Verwendung der linksgewendeten Fünf vor.

„In der Hildesheimer Altstadt fiel mir bei einem Besuch eher zufällig ein Wappenstein am Haus Alter Markt 1a auf, der die Zahl 1512 trägt, und zwar mit linksgewendeter Fünf“, berichtet Budde. Dass es sich tatsächlich um eine 1512 handelt, habe eine anschließende Recherche ergeben. Die Inschriften der Stadt Hildesheim sind nämlich 2003 als Band 58 der Reihe „Die Deutschen Inschriften“ veröffentlicht worden. Hier spricht die Autorin Christine Wulf auch diesen Stein an.

Aufschlussreich ist die Schreibweise der Zwei als schräg gestelltes „Z“. Diese Schreibweise war im 16. und 17. Jahrhundert durchweg üblich. Dies verdeutlicht noch einmal, dass die zweite Ziffer des Edemisser Steins auf keinen Fall eine Zwei sein kann, wie ja lange Zeit irrtümlich vermutet worden ist.

Die linksgewendete Fünf ist in Hildesheim außerdem belegt durch einen weiteren stark verwitterten Wappenstein in einer Mauer am „Pfaffenstieg“ und eine Sonnenuhr aus der Zeit um 1500 im Bereich des Klosters St. Godehard. Der Stein vom Pfaffenstieg gibt sogar exakt die Jahreszahl 1504 wieder. Die kleine Null ist hier allerdings nicht rund, sondern eckig dargestellt.

Im März konnte die strittige Bauinschrift an der Edemisser Pfarrkirche endgültig in das Jahr 1504 datiert werden. Letzte Zweifel konnten durch eine Expertise von Dr. Rüdiger Fuchs von der Akademie der Wissenschaften in Mainz, Leiter des Projektes „Deutsche Inschriften“, ausgeräumt werden. Entscheidend war vor allem die Deutung der zweiten Ziffer als „linksgewendete Fünf“ – mit nach links gewendetem Oberbalken. Diese Schreibweise der Fünf trat um 1500 und im frühen 15. Jahrhundert auf. Die kleine Null und die als halbe Acht geschriebene Vier passten ebenfalls genau in diesen Zeitraum. In Hildesheim ist übrigens auch nachzuvollziehen, dass die linksgewendete Fünf schon spätestens in den 1530er Jahren durch eine Fünf in heutiger Schreibweise ersetzt wurde. Sie war nur sehr vorübergehend in einer Art Orientierungsphase in Verwendung, als die arabischen Ziffern die römischen Zahlzeichen ersetzten.

wos

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