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Historische Motormühle: Sie läuft wieder

Edemissen-Blumenhagen Historische Motormühle: Sie läuft wieder

Blumenhagen. Ein harmonisches Summen erfüllt den Bau, kräftige Lederriemen schlackern im Gleichtakt: Es ist wieder Leben in der Motormühle in Blumenhagen - denn nach 40 Jahren läuft die alte Dame wieder. Und an diesem Sonntag kann sie jeder in Aktion bestaunen.

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Die Motormühle Blumenhagen läuft nach 40 Jahren wieder (v.l.): Mühlenbesitzer Henning Treumann, Helfer Thomas Kerk und Müller Wolfgang Neumann haben sie fit gemacht.

Quelle: Janine Kluge (ju)

„Es ist ein unbeschreibliches Gefühl“, sagt Henning Treumann, Besitzer der 67 Jahre alten, und einst aus Gebrauchtteilen der 30er-Jahre gebauten, Mühle. „Ich kann es noch gar nicht glauben, dass das alles wirklich wieder richtig läuft.“ Das letzte halbe Jahr hat der Hobby-Bastler gemeinsam mit Freunden an dem historischen Bau herumgewerkelt. „Wir wollten sie erst einmal gründlich entstauben“, so Treumann. Doch als das historische Industriewerk nach und nach immer mehr von seiner Imposanz preisgab, kribbelte es dem technikbegeisterten Blumenhagener in den Fingern. „Zunächst sollte nur ein Teil der Mühle im Leerlauf laufen“, erklärt Treumann. Doch als erst der Walzenstuhl lief, packte die Gruppe der Ehrgeiz. Vor allem der Müller Wolfgang Neumann trieb die Männer mit seinem Enthusiasmus an. Er hat von 1966 bis 1969 in der Blumenhagener Mühle das Müller-Handwerk gelernt und „er kennt jede Schraube hier“, lacht Treumann. „Das war eine enorme Hilfe.“

Dass sich die beiden Männer überhaupt kennengelernt haben, verdanken sie einem Zufall. „Ich bin ab und zu hier vorbei gefahren, aber sie stand immer leer“, schildert Neumann. „Eines Tages sah ich, dass die Tür offen stand und Licht in der Mühle brannte, da bin ich hineingegangen.“ Angetroffen hat er damals Henning Treumann, sie erkundeten kurzerhand gemeinsam die Mühle. Seither hilft Neumann, das historische Bauwerk wieder herzurichten. „Ich war einer der Letzten, der das Ding gefahren hat“, erinnert sich der Müller. „Sie jetzt wieder so in Aktion zu erleben ist ein Heidenspaß.“

Alle vier Böden der motorbetriebenen Mühle wurden wieder hergerichtet. Im Antriebskeller wurde alles geschmiert und gefettet, die zwei Walzen-stühle laufen wieder und auch auf dem Sichterboden, wo das Getreide ausgesiebt wird, und auf dem Absackboden, wo die Silos stehen, läuft alles wieder rund. „Die Transmissionsschienen haben wir aus Gründen der Sicherheit zusätzlich verkleidet“, schildert Treumann. Und der große Motor wurde gegen einen kleineren, für Vorführungszwecke ausreichenden Motor ausgetauscht. Um Besuchern die einzelnen Vorgänge in dem Mühlwerk deutlich zu machen, haben die Männer Sichtfenster in Silo und in das Becherwerk, mit welchem das Getreide zu den einzelnen Böden befördert wurde, eingebaut. Auch in die Walzenstühle kann geschaut werden. „Es macht doch viel mehr Eindruck, wenn sich etwas bewegt“, freut sich Neumann. „Es ist ein lebendiges Museum geworden.“

Er wird gemeinsam mit Henning Treumann und Thomas Kerk, der ebenfalls fleißig an der Mühle mit gewerkelt hat, beim „Tag des offenen Denkmals“ am Sonntag Führungen durch die Mühle anbieten. Von 10 bis 18 Uhr wird sie in Betrieb sein und kann in Aktion angeschaut werden. Zudem gibt es Stationen zum Ausprobieren, Infotafeln mit historischen Bildern und Schriftstücken sowie Kaffee, Kuchen und kühle Getränke.

Auch das Rittergut Abbensen hat am Sonntag beim „Tag des offenen Denkmals“ geöffnet. Dort geht es um 11 Uhr mit einem Gottesdienst los, ab 12 Uhr gibt es eine herzhafte Mahlzeit aus der Gulaschkanone. Um 13 Uhr führt Dr. Reinhard Weidner durch den Park. Um 14 Uhr folgt eine Hofführung durch Dr. Alexander von Schwartz, Treffpunkt ist jeweils am Hauseingang. Weitere Rundgänge gibt es bei Bedarf. Eine besondere Führung steht für 16 Uhr auf dem Programm: Dann bietet der Archäologe Thomas Budde eine archäologische Führung an. Diese ist in zwei Teile unterteilt – ein Teil beschäftigt sich mit Vermutungen zur Burgstelle hinter dem Rittergut, in einem weiteren Teil wird die Befestigungsanlage in den Kaunerwiesen in der Fuhseniederung beim Rittergut vorgestellt, Treffpunkt ist der Hauseingang.

ju

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