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Haus steht genau auf der Gemeindegrenze

Mödesse Haus steht genau auf der Gemeindegrenze

Die ehemalige Gaststätte „Zum Neuen Krug“ an der Stederdorfer Straße in Mödesse steht genau auf der Gemeindegrenze zwischen Edemissen und Wendeburg. Weil deshalb nicht klar ist, in welche Gemeinde das Thema gehört, hat sich die Redaktion für diese ungewöhnliche Doppelseite entschieden.

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Mit dem rechten Fuß steht Piotr Kabattek in Edemissen, mit dem linken in Wendeburg. Auch das Gebäude hinter ihm befindet sich zu je einem Teil in beiden Gemeinden.

Mödesse. In einer der Wohnungen ist es tatsächlich so: Wenn man kocht, befindet man sich in Edemissen, wenn man isst oder hinterher abwäscht, ist man in Wendeburg.

„Eigentlich schlimm ist das nicht, finanziell habe ich dadurch keinen Nachteil. Ich zahle die üblichen Abgaben anteilig in Edemissen und in Wendeburg“, sagt Kabattek. Aber natürlich falle der Papierkram doppelt an, das wolle er gern ändern.

Neu ist das alles natürlich nicht. Schon Margarete Rückwarth, Vorbesitzerin der Immobilie und Wirtin des ehemaligen Gasthauses, pendelte ständig über die „Grenze“, die Tradition hat: Das Wendeburger Gebiet gehörte einst zum Herzogtum Braunschweig, der Grundstücksteil auf Edemisser Seite zum Königreich Hannover. Sogar einen Grenzstein mit der entsprechenden Beschriftung habe es einmal gegeben. „Der ist aber verschwunden“, bedauert Kabattek.

Die „Eingemeindung“ der bisherigen Wendeburger Fläche in Edemissen wird nun vorangetrieben. Dem Ortsrat Blumenhagen/Mödesse lag bei seiner jüngsten Sitzung ein entsprechender Beschlussvorschlag vor. Nach diesem schließen die beiden Gemeinden einen Vertrag, der die Grenze zum östlichen Grundstücksrand verlegt, so dass der Besitz von Kabattek künftig nur noch auf Edemisser Gebiet liegt.

Doch damit kommen die Gemeinden nicht nur dem Wunsch von Kabattek nach, sondern sie beseitigen auch einen „fehlerhaften Zustand“ geltende Gesetze betreffend. Im Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetz heißt es nämlich, dass jedes Grundstück nur zu einer Gemeinde gehören soll.

Betroffen sind auch noch weitere Grundstücke, doch dass die Grenze durch Gebäudeteile läuft, ist nur hier der Fall.

Der Ortsrat hat bereits sein Einverständnis signalisiert, nun müssen noch Verwaltungsausschuss und Gemeinderat zustimmen.

wos

Die Geschichte des Hauses

Als Baujahr des älteren Gebäudeteils der ehemaligen Gaststätte gilt das Jahr 1907. Errichtet wurde es von Minna und Wilhelm Behrens. Fünf Morgen Land gehörten zu dem Anwesen, „man ernährte sich von der Landwirtschaft und verkaufte nebenbei Flaschenbier“, weiß Ortsheimatpfleger Jürgen Enders zu berichten.

1960 wurde das Haus von Hildegard Börgert, Tochter der Eheleute Behrens, zum Gasthaus umgebaut.

Nach Hildegard Bögert übernahm deren Tochter Edula Regge das Gasthaus, die es bis zu ihrem Tod führte. Danach bewirtete ihre Schwester Margarethe Rückwardt bis zum 31. Dezember 2009 die Gäste.

Inzwischen ist das Gebäude im Besitz von Piotr Kabattek. Es beherbergt insgesamt acht Wohnungen, die er vermietet hat.

wos

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