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Greenkeeper: „Gras ist nicht gleich Gras“

Edemissen Greenkeeper: „Gras ist nicht gleich Gras“

Edemissen. Der Sommer geht zu Ende, und damit auch die Zeit der Sieben-Tage-Arbeitswochen von Ralf Ahrens. Er ist der Head-Greenkeeper des Golfclubs Peine-Edemissen, und wenn er von „seinem“ Platz spricht, ist er in seinem Element.

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Das Greenkeeper-Team in Edemissen ist im Sommer ständig im Einsatz (v. l.): Andre Wittenberg, Ralf Ahrens, Jens Paschkowski und Felix Ahrens. Alle haben eine Ausbildung zum qualifizierten Platzarbeiter.

Quelle: bd

Den Platz gibt es seit 25 Jahren. Er umfasst inzwischen rund 90 Hektar Fläche, davon werden von Ahrens und seinem Team rund 20 bis 25 Hektar regelmäßig bearbeitet. Das Pflegeteam besteht aus vier Festangestellten und zwei Aushilfen.

Während im Landkreis Peine Sport- und Fußballplätze in diesem ungewöhnlich warmen und trotzdem nassen Sommer häufig gesperrt werden mussten, geschah das auf dem Golfplatz lediglich zwei Mal in dieser Saison, weil das Regenwasser in solchen Mengen vom Himmel gefallen war, dass es in kleinen Pfützen selbst auf den Grüns stand.

Besucher loben immer wieder den ungewöhnlich guten Zustand des Edemisser Golfplatzes. Ahrens denkt einen Moment nach, als er darauf angesprochen wird. Das liege sicherlich zunächst an den sandigen, wasserdurchlässigen Böden in dem Bereich, sagt er. Aber auch daran, dass die Pflege des Platzes schon seit gut 20 Jahren in einer Hand liegt. Da könne man beobachten, was falsch laufe, und immer wieder nachbessern und daran arbeiten.

So sind zum Beispiel unter manchen Senken und auch an Grüns Sickertöpfe eingebaut, in denen überschüssige Feuchtigkeit aufgefangen wird. „Das ist aufwendig, aber es lohnt sich“, betont Ahrens. Außerdem ist der Club in der glücklichen Lage, den Platz in heißen, trockenen Sommern gut bewässern zu können, denn die Bestimmungen zur Wasserentnahme stammen noch aus der Landwirtschaft. Und das sei in den meisten anderen Bundesländern anders.

Dazu kommt die regelmäßige intensive Belüftung auch der Fairways. Das können manche Clubs nicht bieten, in Edemissen allerdings wurde dazu eigens eine Maschine angeschafft. „Eine gute Investition“, sagt Ahrens, der über einen umfangreichen Maschinenpark verfügt, in dem eine Maschine schon mal 90 000 Euro kosten kann. Er hat gerade den Schraubenschlüssel zur Seite gelegt, denn 90 Prozent aller Reparaturen werden hier selbst erledigt. Darauf ist er stolz - und zu schrauben gibt es fast täglich etwas.

Macht sich Pilz im Rasen breit, müsse man sofort reagieren, weiß er. „Dranbleiben“, ist sein geflügeltes Wort. „Sonst explodiert das geradezu.“ Und dass der Gesetzgeber den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln extrem eingeschränkt hat und weiter einschränken will, kommt ihm entgegen, denn er denkt ohnehin eher grün.

Jeglicher Einsatz von Pflanzenschutzmitteln muss dokumentiert werden, und darauf legt auch Ahrens ganz großen Wert. Auf Dauer möchte er am liebsten ganz weg von den chemischen Mitteln, was allerdings auch eine Kostenfrage ist, wie er sagt. Aber es zahle sich aus.

„Früher stritten sich die Politiker, ob so ein Golfplatz überhaupt genehmigt werden könnte“, erinnert er sich an die Zeit von vor 25 Jahren. Man machte sich Sorgen um die Umwelt. Heute leben auf dem Platz 40 bis 50 Hasen, Rotwild liefert sich Revierkämpfe. Manchmal zeigen sich ebenso ein Fischadler, ein Silberreiher, und auch zwei Paare Austernfischer haben sich Edemissen für die Aufzucht ihrer Brut ausgesucht. Es gibt Molche, Eidechsen, Marder, Iltis und den Dachs. Durch die Blumenwiesen hat sich auch die Vielfalt an Insekten und Schmetterlingen erhöht.

Ahrens spielt selbst Golf - wenn er Zeit dazu hat. Denn in der Saison hat das Team eine Sieben-Tage-Woche. Die Grüns werden täglich gemäht, die Fairways mindestens zwei Mal die Woche, je nach Jahreszeit.

Durch sein eigenes Spiel sehe er den Platz anders, sagt er. Er denke gleichzeitig wie ein Greenkeeper und wie ein Golfer, was sich positiv auswirke. „Ich sehe, wenn etwas verändert werden muss. Würde ich das nur als Job ansehen, würde ich manches gar nicht bemerken“, ist er sich sicher.

bd

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