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Grausamer Tod im Mähwerk: Rehkitz verendet

Edemissen Grausamer Tod im Mähwerk: Rehkitz verendet

Edemissen. Tierische Dramen sind in dieser Jahreszeit immer wieder ein Thema, mit dem sich Leser an die Redaktion der PAZ wenden: Rehe bekommen ihre Jungen, als Kinderstube benutzen sie gern Wiesen, die aber von den Landwirten gemäht werden. Die großen Mähmaschinen werden zur tödlichen Gefahr.

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Für Rehkitze ist das Mähen von Wiesen, wo sie ihre Kinderstuben haben, eine tödliche Gefahr.

Quelle: A

Ein solches Drama hat sich nun in Edemissen ereignet. Eine Augenzeugin (der Name ist der PAZ bekannt) berichtet Folgendes: „Wir wohnen am Bruchweg in Edemissen und schauen auf ein Landschaftsschutzgebiet und entsprechend viel Natur, unter anderem auch auf eine große Wiese. Die wurde nun gemäht. Der Pächter hat sich meiner Beobachtung nach über das Gebot hinweggesetzt, die Wiese vor dem Mähen auf tierische Kinderstuben zu kontrollieren.“

Nach der Mahd sei ihr eine Ricke aufgefallen, die mehrere Stunden lang an einem bestimmten Platz verharrte. Als sie ging, kamen Aasfresser wie Dohlen oder Greifvögel. Sie war neugierig geworden und schaute nach, dabei entdeckte sie den zerrissenen Körper eines etwa fünf Wochen alten Rehkitzes.

Die Gefahr, die Tieren durch das Mähen von Wiesen droht, ist bekannt. „Die großen und recht schnellen Erntemaschinen können Wildtieren gefährlich werden, die zwischen den Pflanzen Unterschlupf gesucht haben. Vor allem junge Hasen und Rehe ducken sich bei Gefahr und kauern regungslos am Boden, was ihnen beim Mähen zum Verhängnis wird“, erklärt Kreisjägermeister Ulrich Graf von Hardenberg. Aber auch die Nester und Gelege von Vögeln, die auf Wiesen brüten, würden zerstört.

Doch das müsse man nicht hinnehmen. Im Gegenteil: „Wer ohne Vorwarnung Wiesen mäht, verstößt gegen das Tierschutzgesetz“, macht von Hardenberg deutlich. Möglichkeiten, die Tiere von der Wiese zu vertreiben, gibt es mehrere. Zudem könne man Felder von innen nach außen mähen und Tieren so die Flucht ermöglichen. Wird von außen nach innen gemäht, wie es häufig der Fall ist, werden die Tiere in der Mitte des Feldes zusammengetrieben und haben am Ende keine Chance, zu entkommen.

Um Jungtieren den grausamen Tod im Mähwerk von Erntemaschinen zu ersparen, suchen auch Forscher nach Lösungen. Eine davon könnten Drohnen sein: Statt die Grünflächen mühsam zu Fuß abzusuchen, überfliegt eine Drohne mit spezieller Such-Sensorik die betreffende Fläche.

Das sogenannte Wildretter-Forschungsprojekt arbeitet seit 2008 an solchen Lösungen und wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert.

Es gibt zwei Modelle: Eine Möglichkeit ist es, per Drohne Bildmaterial zu erstellen und auszuwerten. Bei einem Fund werden dann GPS-Daten an ein Handgerät oder in die Mähmaschine übermittelt. Eine andere und technisch etwas einfachere Idee ist der Einsatz von Wärmebildkameras, mit denen speziell in den kühlen Morgenstunden Kitze gut ausfindig gemacht werden können. Dies wird derzeit in Niedersachsen getestet.

„Im vergangenen Jahr haben Jägerschaften in einigen Kreisen Niedersachsens bereits Drohnen bei der Kitzrettung eingesetzt“, berichtet Florian Rölfing von der Landesjägerschaft in Hannover. In beiden Fällen besteht die Möglichkeit, das Jungtier fachgerecht kurz vor der Mahd wegzubringen und zu sichern, damit es nicht wieder zurückläuft. Nach dem Mähen wird es wieder freigelassen.

Spaziergänger sollten vermeintlich verwaiste Kitze auf keinen Fall selbst anfassen, sondern dem örtlichen Jäger melden.

wos/dpa

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