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Gisela Köstler: Bewahrerin von Erinnerungen

Edemissen Gisela Köstler: Bewahrerin von Erinnerungen

Eltze. "Das habe ich alles aufgeschrieben", heißt es ein ums andere Mal, wenn Gisela Köstler versucht, ihr bwegtes Leben in aller Kürze zusammenzufasssen. Das Hobby der 88-Jährigen ist es, Erinnerungen zusammenzutragen und festzuhalten.

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Anhand von detailliert beschrifteten Fotoalben und ganzen Stapeln an Tagebüchern sowie Briefen hält Gisela Köstler ihr Leben fest.

Quelle: wos

Schon in frühester Jugend hat sie es sich zur Gewohnheit gemacht, Tagebuch zu führen. Das ist bis heute so geblieben: Jeden Tag setzt sie sich für eine Weile in ihren Sessel am Fenster, nimmt ihre Kladde zur Hand und hält fest, was sich ereignet hat. Im Laufe der Jahrzehnte sind so wahre Schätze entstanden: Sie hat ihre Gedanken und Erlebnisse während eines Arbeitseinsatzes als Mitglied im Bund Deutscher Mädel - der weiblichen Hitlerjugend - ebenso schriftlich festgehalten wie ihre Zeit als Arbeitsmaid und die Monate als Luftwaffenhelferin im Deister in den letzten Kriegsmonaten. Zahlreiche Fotos und Briefe hat sie ebenfalls aufbewahrt. Viele der Briefe hat sie sogar systematisch von Hand abgeschrieben, da sie in alter deutscher Handschrift verfasst und für die jüngeren Generationen nicht mehr zu entziffern sind.

Vor allem ihre Jugend im Dritten Reich beschäftigt sie bis heute: „Wie konnte es dazu kommen, dass wir so begeistert waren?“, fragt sie sich ein ums andere Mal. Ihre Aufzeichnungen aus der „Backfischzeit“ geben Antworten: „Wir haben uns als Jugendliche in der Gemeinschaft wohl gefühlt. Es wurde gesungen, gewandert und vieles Weitere unternommen, und wir hatten viele Erlebnisse, die wir als schön empfunden haben. Die Systematik, die dahinter steckte, und den politischen Hintergrund haben wir als Jugendliche nicht durchschaut.“

Ihre Aufzeichnungen geben auch Auskünfte über die schwere Zeit nach dem Krieg, als sie als Lehrerstochter - ihr 1945 verstorbener Vater Alfred Osten war angesehener Dorfschullehrer in Blumenhagen - einen „Dahergelaufenen“ aus dem Sudetenland zum Mann nahm. In jenen Tagen war das nicht gern gesehen, und so kamen zur bitteren wirtschaftlichen Not hässliche Anfeindungen aus dem Umfeld. Doch die Liebe siegte, und Gisela Köstler war mehr als 60 Jahre bis zu dessen Tod mit ihrem Mann Josef verheiratet. Als es bergauf ging, unternahmen die Eheleute, die bis vor einigen Jahren in der ehemaligen Schule in Blumenhagen wohnten, zahlreiche Reisen. Jede einzelne wurde sorgfältig dokumentiert. Fotos, Post- und Eintrittskarten runden die persönlichen Aufzeichnungen ab. So entstand im Laufe von rund acht Jahrzehnten ein ganz besonderes, ganz privates Archiv eines nicht ganz alltäglichen Lebens.

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