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Gieseking und sein Club der toten Dichter

Edemissen Gieseking und sein Club der toten Dichter

Edemissen. Gerhard Gieseking, Gründer, Ideensammler, Impulsgeber und unangefochtener Chef der Kulturgruppe im Heimat und Archiv-Verein Edemissen wird nach zwölf Jahren die Serie der beliebten Gedichte-Abende mit einem Balladenabend abschließen - so wie er seinerzeit auch angefangen hat.

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Gerhard Gieseking am heimischen Arbeitsplatz.

Quelle: uj

Doch er verabschiedet sich noch nicht endgültig von der Bühne: Mit seinem Team wird er die bereits existierenden Literaturprogramme auf Wunsch gern weiter vortragen. Nur eben neue wird es künftig nicht mehr geben.

Wo immer der mit allen literarischen Geschmacksrichtungen bestens vertraute inzwischen 86-jährige Ex-Schulmeister, Hauptlehrer, Rektor und Schulrat Gedichte sowie Reime nicht nur locker „aus bloßem Koppe“ sondern auch mühelos „aus dem Ärmel schüttelt“, wird selbst sein Sitzplatz am Tisch zum Vortragspodest. So habe vor zwölf Jahren begonnen, was inzwischen längst über die Grenzen des Peiner Landes nicht nur bekannt und beliebt, sondern vom Publikum auch hoch geschätzt wird: Giesekings Literatur-Präsentationen mit seiner Vortragsriege.

Man ist unwillkürlich an US-Schauspieler Robin Williams im Film „Der Club der toten Dichter“ erinnert, wenn Gieseking von jenem jungen Lehrer erzählt, der die in ihm bereits als Schuljungen schlummernde Liebe zur Dichtkunst und deren Rezitation sanft wachtippte.

Zwar schlummerte diese Liebe wieder ein, als sich der damals 16-jährige Gieseking in einer Wehrmachtsuniform wiederfand, nach Kriegsende und Gefangenschaft eine Ausbildung zum Gärtner absolvierte und die Karriere in Human-Pädagogik der Arbeit in Baumschulen vorzog.

Nach seiner Pensionierung entflammt die Liebe zur Literatur neu, die Idee zu den Gedichte-Veranstaltungen wird geboren. Etliche abendfüllende Programme über Literatenpersönlichkeiten wie Busch, Löns, Storm, Heine und Kästner und deren Schaffen hat der Bücherfreund inzwischen entwickelt. Seitdem werden die inzwischen mit Bühnentechnik unterstützten Auftritte auch im Umland mit Respekt und Anerkennung gewürdigt.

Als Selbstzweck will der Literaturliebhaber seine Arbeit allerdings nicht verstanden wissen: Sie mache zwar große Freude und halte ihn geistig wach. „Aber ich will das Andenken an die bedeutenden Literaten und ihre Werke weitergeben und erhalten.“ Seine Gedicht-Sammlung beanspruche inzwischen eine Strecke von anderthalb Metern in seiner beeindruckenden Bibliothek.

Dass ihm auch im verhältnismäßig hohen Alter eine derart erstaunliche geistige und körperliche Vitalität beschert sei, führt Gieseking auf das zurück, was er „Kraftspender“ nennt: seine Familie und sein Gottvertrauen. Immerhin sei er nicht nur seit knapp 60 Jahren mit seiner „wunderbaren Frau Edith“ (die auch seine Manuskripte stets tapfer abtippe!) und drei erfolgreichen Kindern gesegnet, sondern auch mit acht erfolgversprechenden Enkeln im Studentenalter.

uj

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