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Gebiet für Kiesabbau soll ausgeweitet werden

Wipshausen Gebiet für Kiesabbau soll ausgeweitet werden

Wipshausen. Das Unternehmen Papenburg möchte sein Kiesabbaugebiet bei Wipshausen ausweiten, aus Sicht des Landkreises Peine sprechen Gründe des Umweltschutzes dagegen. Der unabhängige Umweltplaner Dr. Reiner Theunert kann die Haltung des Landkreises nicht nachvollziehen.

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Kiessabbau bei Wipshausen. Um eine Erweiterungsfläche ist eine heftige Diskussion entbrannt.

Quelle: A

„Der Landschaftsrahmenplan, auf dem die Argumentation des Landkreises fußt, ist 25 Jahre alt. Die Voraussetzungen haben sich seither deutlich verändert. Es wird aber nicht berücksichtigt, wie das Gebiet heute aussieht“, begründet Theunert, der vom Unternehmen Papenburg beauftragt wurde, seine Einschätzung. Vor einem Vierteljahrhundert habe es sich bei der betreffenden Fläche um so genanntes Feuchtgrünland gehandelt, das inzwischen aber durch die Feldberegnung trocken gefallen und damit nicht mehr „naturschutzgebietwürdig“ sei.

Da die Firma Papenburg sich sehr flexibel und kompromissbereit zeige, sieht Theunert die Möglichkeit einer Lösung, von der letztlich alle profitieren.

Dafür gibt es zahlreiche Ideen: Unter anderem soll das neu entstehende Gewässer nach dem Kiesabbau dem Naturschutz übergeben werden. Zweitens soll westlich des Abbaugebiets auf dort verbleibenden Grünlandflächen und angrenzenden Äckern ein Korridor geschaffen werden, der es Tieren wie der Wildkatze möglich machen soll, Lebensräume miteinander zu vernetzen.

Zudem soll der derzeit schnurgerade verlaufende Bach entlang der betreffenden Fläche, der derzeit im Sommer trocken fällt, zurück in sein ursprüngliches Gebiet verlegt und naturnah gestaltet werden.

„Ich hätte diese Pläne gern beim Landkreis vorgestellt, leider hat der Leiter des zuständige Fachbereichleiter Wolfgang Gemba ein solches Gespräch verweigert“, sagt Theunert.

Er würde sich wünschen, alle Beteiligten - also den Landkreis, das Unternehmen Papenburg und auch die Naturschutzverbände - an einen Tisch zu holen und nach einer Lösung zu suchen, die nicht nur für alle akzeptabel ist, sondern von der sogar alle Seiten einen Vorteil haben.

„Der hier vorliegende Fall ist eine der seltenen Chancen, wo das möglich ist“, so die Einschätzung des Experten. Nicht zuletzt sei es dann auch nicht mehr nötig, die Gerichte mit diesem Fall zu beschäftigen.

Stellungnahme des Landkreises:Dr. Reiner Theunert bedauert, dass der Landkreis ein Gespräch mit ihm abgelehnt hat. Auf Anfrage der PAZ gab Kreis-Sprecher Henrik Kühn folgende Antwort: „Die Thematik der Konfliktlösung zwischen Bodenabbau und Naturschutz bei dem in Rede stehenden Vorhaben der Firma Papenburg wurde aus Sicht des Landes Niedersachsen im landesraumordnerischen Gesetzgebungsverfahren zu Gunsten des Naturschutzes mit dem bekannten Ergebnis abschließend abgewogen und entschieden. Die Ziele der Landesplanung und Raumordnung sind insoweit für das Verwaltungshandeln bindend. Das wurde durch das Urteil des Verwaltungsgerichts auch erstinstanzlich bestätigt. Die wesentlichen Ergebnisse des Gutachtens von Herrn Dr. Theunert sind der Naturschutzbehörde bekannt. Das Gutachten befasst sich allerdings mit sektoralen, eher kleinräumigen Aspekten und führt deshalb nach hiesiger Auffassung zu keinen neuen Erkenntnissen. Herrn Dr. Theunert wurde im Übrigen mitgeteilt, dass zunächst das Antragsverfahren der Firma Papenburg auf Zulassung der Berufung abgewartet werden soll. Von einer kategorischen Ablehnung des gewünschten Gesprächs kann keine Rede sein.“

wos

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