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Für die Gemeinde eine Kapelle, für die Braut ein Bänkchen

Voigtholz-Ahlemissen Für die Gemeinde eine Kapelle, für die Braut ein Bänkchen

Voigtholz-Ahlemissen. Kein Maler hat im Peiner Land mehr und tiefere Spuren hinterlassen als Hans Nowak, der vor 20 Jahren starb. Die PAZ blickt auf den großen Künstler zurück: heute der 3. und letzte Teil der Serie.

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Hans Nowak schuf in seiner Voigtholzer Kapelle eine Nachempfindung des berühmten Abendmahls von Leonardo da Vinci.

Gottesdienste mussten die Voigtholzer Christen in einem Raum der alten Schule feiern. Ende der 1970er-Jahre ging auch das nicht mehr, sie hätten nach Alvesse gehen müssen. „Zu weit“, befand Hans Nowak und entschloss sich zum Bau eines Gotteshauses, der einzigen modernen Privatkapelle der Bundesrepublik, wie die Kirchenverwaltung später bestätigte.

Mit Hilfe guter Freunde und viel Eigenarbeit entstand ein lichtdurchflutetes Bauwerk mit zentralem Pflanzenbeet und ausgestattet mit sakralen Gemälden Nowaks. Später schuf er in zweijähriger Arbeit für eine Innenwand eine Nachempfindung des weltberühmten Abendmahls des Leonardo da Vinci, dessen Original dieser 1495 für den Speisesaal eines Mailänder Klosters gemalt hatte. Nowak blieb bei der enormen Bildgröße von 422 mal 904 Zentimetern und machte die Voigtholzer Kapelle so zu einem beliebten Touristenziel.

Als er einem Freund (es war der Verfasser) und dessen Verlobter, Irmtraut, von seinen Bauplänen berichtete, entschied die Braut spontan: „Für unsere Hochzeit kommt nur Hans´ Kapelle in Frage.“ Der Hochzeitstermin stand bereits fest, als von der Kapelle nicht einmal der Rohbau stand. „Schaffen wir“, versicherte Nowak, und er hielt Wort. Dann äußerte die Braut wenige Tage vor dem Ereignis einen Extrawunsch. Sie möchte den geistlichen Segen kniend empfangen, wie sie das von ihren Einsätzen als Organistin her kenne. Es fehle ein Bänkchen. „Mädchen, ich zimmere Dir eins“, versprach der Freund und hielt abermals Wort.

Hans Nowak läutete eigenhändig die Glocke, als das Paar am 22. September 1979 einzog; zu den Klängen des Posaunenchores und mit Pastor Klaus-Walter Vetter, der uns (kniend) dann segnete. Danke, Hans. Die Kapelle war damals allerdings noch nicht geweiht. Die Kirchenoberen mochten nicht glauben, dass jemand eine Kapelle gebaut hatte, um sie kostenlos der Gemeinde zur Verfügung zur stellen. Die Herren vermuteten, was ihnen zuwider ist: einen Pferdefuß. Nowak zerstreute die Bedenken, und bald konnte der Einweihungsgottesdienst stattfinden.

Dass die Trauung in der noch ungeweihten Kapelle erfolgte, hat sich übrigens nicht negativ auf die Ehe ausgewirkt. Letztere besteht nach wie vor und wird von den Beteiligten (auch bei Einzelbefragung) als glücklich bezeichnet.

von Jürgen Dieckhoff

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