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Früher wäre heute der Sedantag gefeiert worden

Edemissen Früher wäre heute der Sedantag gefeiert worden

Edemissen. An längst vergangene Zeiten erinnert ein alter Zeitungsausschnitt, der vor einiger Zeit dem Edemisser Ortsheimatpfleger Joachim Liehr in die Hände gefallen ist. Er stammt von Wolfgang Strunz aus Blumenhagen und zeigt Mitglieder des Krieger-Vereins Edemissen im Jahr 1910 am so genannten Sedan-Tag, der am 2. September gefeiert wurde und sich also heute jährt.

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Der Zeitungsausschnitt ist undatiert erhalten geblieben. Der Inhalt des Textes lässt darauf schließen, dass er aus dem Jahr 1930 stammt.

Quelle: oh

Dieser Tag wurde in Erinnerung an die Entscheidungsschlacht im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 im Deutschen Kaiserreich als nationaler Gedenktag gefeiert. Im Spannungsfeld konfessioneller und politischer Auseinandersetzungen sei der Sedentag allerdings kein von der Allgemeinheit akzeptierter Nationalfeiertag gewesen, ist beispielsweise auf der Internetseite der Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz nachzulesen.

Ende des 19. Jahrhunderts verlor der Tag seine Bedeutung fast völlig und wurde in der Regel nur noch von örtlichen Kriegervereinen gefeiert. Erst aus Anlass des 40. Jahrestages der Schlacht bei Sedan im Jahre 1910 kam es zu einer kurzfristigen Wiederbelebung des Gedenktages. In diesem Zusammenhang entstand auch das abgedruckte Foto.

Im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 hatte die Schlacht bei Sedan am 2. September 1870 und die Gefangennahme von Napoleon III. die Entscheidung für Preußen gebracht. Die Siegesnachricht löste in Deutschland spontane Begeisterung aus. Es war also naheliegend, dass das Datum der Entscheidungsschlacht, die so eng mit der Entstehung des deutschen Kaiserreichs verbunden war, als nationaler Feiertag vorgeschlagen wurde.

Im Frühjahr 1871 richtete ein Gremium von Persönlichkeiten aus kirchlich-evangelischen und liberalen Kreisen eine Petition an Wilhelm I. mit der Bitte, einen Tag zu benennen, der als Stiftungstag des Reiches gefeiert werden könnte. Der Kaiser antwortete darauf ausweichend. Er erhoffte sich spontane Gedenkfeste der Bevölkerung, die die Erinnerung an die Ereignisse des Krieges aufrechterhalten sollten.

An diese Vorstellungen des Kaisers knüpfte der westfälische Pastor Friedrich von Bodelschwingh an, als er im Juni 1871 den 2. September als Tag für ein Dank- und Friedensfest vorschlug. Seit 1873 setzte sich der Sedantag als Feiertag durch, wobei er allerdings niemals amtlichen Charakter erhielt, da ihn Wilhelm I. nicht zum offiziellen Feiertag erklärte.

Ganz aus dem Gedächtnis verschwunden ist die Schlacht bei Sedan auch heute nicht: So erinnert in Peine die Sedanstraße an dieses historisch bedeutsame Ereignis.

wos

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