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Flüchtlinge: Erinnerungen an Nachkriegszeit

Wehnsen Flüchtlinge: Erinnerungen an Nachkriegszeit

Wehnsen. In vielen Ortschaften im Peiner Land sind mittlerweile Flüchtlinge untergekommen. In Wehnsen haben derzeit fünf junge Sudanesen eine vorübergehende Bleibe gefunden. „Die Hilfsbereitschaft der Bürger ist groß...

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Rund 70 Jahre liegen zwischen diesen beiden Bildern. Auch nach dem zweiten Weltkrieg waren wie in diesen Wochen und Monaten Millionen Menschen auf der Flucht. Bei vielen von ihnen ist die Erinnerung wieder sehr lebendig - und das Verständnis und die Hilfsbereitschaft groß.

Quelle: Foto: A

Viele Wehnser fühlen sich an ihr eigenes Schicksal vor rund 70 Jahren erinnert, als sie selbst ihre Heimat verlassen und ein neues Zuhause finden mussten“, weiß Ortsbürgermeister Arthur Mohwinkel aus vielen Gesprächen.

Viele haben damals auf der Flucht Unvorstellbares erlebt, und der Neuanfang war für alle nicht leicht. Das ist auch bei den heutigen Flüchtlingen so. Was damals allerdings ganz anders war: Durch die zerstörten Häuser und Wohnungen war der Wohnraum unvorstellbar knapp. Auch die Versorgung mit Lebensmitteln, Heizmaterial, Kleidung und anderen Dingen des täglichen Bedarfs war ein großes Problem, dass sich durch die vielen Flüchtlinge noch extrem verschärfte.

In der von Fred Mende erstellten Dorfchronik wird die oft verzweifelte Situation der Menschen in nüchternen Zahlen dargestellt. So lebten in Wehnsen vor dem Krieg 255 Menschen, im Oktober 1946 waren es 620. „Die Häuser waren mit Menschen vollgestopft. Sogar Bodenkammern und Abstellräume, die zum Teil nicht beheizbar waren, wurden als Wohnraum genutzt. Das Zusammenleben war oft voller Spannung und gestaltete sich schwierig“, heißt es in der Chronik. Das tägliche Überleben war mit großen Mühen verbunden. Unter anderem wurde durch Torfstechen Heizmaterial beschafft.

Vom Dorflehrer wurde im Januar 1947 auf Geheiß der Schulbehörde eine Erhebung zur Situation der Schulkinder erstellt. Die Zahlen machen betroffen: Von 112 Schulkindern waren 73 nicht einheimisch. 41 von ihnen wuchsen nur mit einem Elternteil auf. Meist war es der Vater, der fehlte, weil er gefallen, vermisst oder noch in Gefangenschaft oder Haft war.

72 der Kinder hatten kein eigenes Bett, 17 teilten ein Bett mit mehr als einer anderen Person, 34 schliefen in der Küche. 18 Kinder hatten keine eigenen und weitere 37 nur kaputte Schuhe. 44 Kinder besaßen keine Strümpfe, 61 keinen Wintermantel und 52 keine Handschuhe. 58 der Jungen und Mädchen bekamen zum Frühstück nur trockenes Brot, 13 wurden als unterernährt eingestuft. Die Versorgung mit Schulmaterial war entsprechend dürftig. So hatten von 16 Anfängern 13 keine Fibel. Über einen Atlas verfügte kein einziger der Schüler.

wos

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