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Erst- und Zweitklässler lernen gemeinsam

Edemissen Erst- und Zweitklässler lernen gemeinsam

Plockhorst. In Plockhorst wurden die ABC-Schützen in diesem Jahr nicht in die erste Klasse eingeschult, sondern in die Piraten- und in die Drachenklasse. Und dort sind die Schulanfänger nicht unter sich, sondern sie lernen gemeinsam mit den Schülern der zweiten Jahrgangsstufe, denn seit diesem Schuljahr gibt es die Eingangsstufe.

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Die Drachenklasse mit Lehrerin Julia Rumpf.

Quelle: oh

In der Eingangsstufe werden die Kinder des ersten und zweiten Schuljahrgangs gemeinsam unterrichtet. „Wir sehen darin viele Vorteile“, sagt Schulleiterin Susanne Rauterberg, die sich mit ihrem Team unter anderem durch den Austausch mit Grundschulen, an denen die Eingangsstufe bereits an der Tagesordnung ist, gründlich vorbereitet hat.

Ein Vorteil soll sich schon in diesen ersten Schultagen bemerkbar machen: Die Schulanfänger haben Verhaltensvorbilder, von denen sie sich vieles einfach abgucken können, was sonst nach und nach vermittelt werden muss. „Das spart Zeit, die zum Lernen bleibt“, erklärt die Schulleiterin.

Die älteren Schüler lernen zum Beispiel, Rücksicht zu nehmen, im Team zu arbeiten und bekommen die Chance, Jüngeren etwas zu erklären und so den Stoff ganz nebenbei selbst zu wiederholen.

„Aus unserer Sicht ist differenzierter Unterricht, der auch vorher für uns schon selbstverständlich war, in altersgemischten Gruppen viel besser möglich“, sagt Rauterberg. So können besonders leistungsstarke Kinder schon bei den „Großen“ mitmachen, wenn diese etwas Neues erklärt bekommen. Im Gegenzug haben Ältere, die einen Stoff noch nicht ganz verinnerlicht haben, mit den Jüngeren die Chance, ihn noch einmal zu wiederholen.

Viele Themen, zum Beispiel in Sachkunde oder Religion, können von allen gemeinsam erarbeitet werden. Der Inhalt ist dann gleich, nur die Arbeitsaufträge variieren: Die einen malen vielleicht ein Bild, während die anderen einen Aufsatz schreiben.

In der Eingangsstufe gibt es – im Gegensatz zum altershomogenen Klassenverband – die Möglichkeit, ganz unproblematisch die Verweildauer zu variieren. Die ganz Schnellen können nach einem Jahr in die dritte Klasse wechseln. Diejenigen, die ein wenig langsamer lernen, haben sogar drei Jahre Zeit. Das klassische „Sitzenbleiben“ gibt es dann nicht mehr.

„Die Kinder kommen mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen in die Schule. Einige haben große Schwächen zum Beispiel in der Motorik oder beim Sprechen, andere wiederum können schon lesen, ein bisschen schreiben und rechnen und wollen schnell ganz viel lernen. In der Eingangsstufe ist es leichter, allen gerecht zu werden und sie individuell angemessen zu fördern“, ist Rauterberg überzeugt.

wos

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