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Dr. Sohns ungewöhnliche Reise in die Familiengeschichte

Edemissen Dr. Sohns ungewöhnliche Reise in die Familiengeschichte

Vor 100 Jahren sind Vorfahren von Dr. Manfred Sohn nach Amerika ausgewandert. Nach mühsamer Suche hat er seine Verwandtschaft in Übersee ausfindig gemacht (PAZ berichtete). Daraufhin machte er sich wie einst seine Ahnen per Schiff auf die große Reise und besuchte seine wiedergefundenen Verwandten, die den „verlorenen Sohn“ mit offenen Armen empfingen.

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Die „Carmania“, mit der die Familie von Sohn um 1900 nach Amerika ausgewandert ist. Sie gehörte zu Cunard Line, die noch heute Linienfahrten von Europa in die USA anbietet.

Edemissen. Zwar reiste Sohn wie die Auswanderer um 1900 nicht mit dem Flugzeug, sondern mit dem Schiff. „Aber meine komfortable Kabine auf der Queen Mary ist sicher kein Vergleich zur Unterbringung auf der Carmenia, mit der meine Vorfahren damals gefahren sind“, sagt Sohn.

Interessantes Detail: Bei der Reiseplanung stellte er fest, dass die einzige Schifffahrtslinie, die noch zwischen Europa und den USA verkehrt, die Cunard Line ist. Mit dieser war auch sein Großvater ein Jahrhundert zuvor gereist (siehe Hintergrund).

Als Höhepunkt der Reise erlebte Sohn einen wunderbaren Zufall: Mit seinem Cousin Larry Mack entdeckte er das Grab ihrer gemeinsamen Urgroßmutter Paulina Rose Patton, nach dem die amerikanischen Verwandten zuvor fast zehn Jahre lang vergeblich gesucht hatten.

Darüber hinaus gab es unter anderem ein Familientreffen mit vielen Nachkommen von Paulina Mack, „unser aller Mutter“, wie Sohn es ausdrückt. „Alle haben etwas mitgebracht und mit viel Mühe und Liebe eine ganz tolle Feier ausgerichtet“, sagt Sohn, der nun regelmäßigen Kontakt hält.

Für das Frühjahr hat er gemeinsam mit seiner Frau einen weiteren Besuch bei den neu entdeckten Verwandten geplant, denn die gegenseitige Sympathie sei groß. Diesmal will er allerdings zeitsparender mit dem Flugzeug reisen. Und auch ein Gegenbesuch in Deutschland sei geplant. 

Auch auf der „Gegenseite“ sei das Interesse an der gemeinsamen Geschichte groß gewesen. „Meinen Verwandten bedeutet es viel, zu wissen, wo ihre Wurzeln sind. Und in Gesprächen über die Vorfahren müssen sie jetzt nicht mehr passen – das macht sie stolz“, sagt Sohn.

In Amerika wurde die  ungewöhnliche Geschichte interessiert zur Kenntnis genommen. Die Tageszeitung „Times-Mail“ in Bredford im Bundesstaat Indiana berichtete groß über den Besuch. „Von Deutschland nach Indiana – Ein Mann überquert den Atlantik, um lange verschollene Verwandte in Süd-Indiana zu besuchen“, ist dieser Artikel fast ein wenig staunend überschrieben.

wos

Die Geschichte der Familie Sohn

1889 wanderten Karl Sohn und Anna Knuth nach Amerika aus. Sie waren kinderlos, nahmen aber ihre 1882 geborene Nichte Anna Sohn mit. Deren Mutter Paulina blieb wegen ihres erst zweijährigen Sohnes Albert zunächst in der alten Heimat. Die drei Auswanderer kamen glücklich in Amerika an und konnten im Laufe der Jahre Geld sparen, um dem Rest der Familie die Überfahrt zu bezahlen.

1911 trat mit Mutter Paulina, die mittlerweile mit August noch einen zweiten Sohn hatte und verwitwet war, der zweite Teil der Familie die Reise an. Albert, der ältere Sohn und Großvater von Manfred Sohn, war extrem kurzsichtig, darüber hinaus entzündete sich sein linkes Auge wegen der Überfahrt schwer. Das war der Beginn einer Tragödie, denn er bekam keine Einwanderungsgenehmigung und wurde allein zurück nach Europa geschickt. Die Familie wurde getrennt und verlor sich im Laufe der Zeit aus den Augen.

2004 begann Manfred Sohn nach seiner amerikanischen Verwandtschaft zu suchen, das Ergebnis war schließlich die Reise und die Bekanntschaft seiner Cousins und Cousinen.

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