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Dollbergen: BUND lehnt Gewerbegebiet ab

Dollbergen Dollbergen: BUND lehnt Gewerbegebiet ab

Den Plänen, etwa die Hälfte der Industriebrache nördlich der Bahnlinie in Dollbergen wieder als Gewerbegebiet zu nutzen, steht der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sehr kritisch gegenüber. In einer Stellungnahme fordert er Gemeinde und Region auf, zum Schutz seltener Tiere auf ein Gewerbegebiet zu verzichten.

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Nördlich der Bahnlinie liegt das 19 Hektar große ehemalige Gasolin-Gelände. Eine 1,8 Hektar große Fläche östlich der Bahnhofstraße (grau) wird weiter als Gewerbegebiet genutzt. Geplant sind ein vier Hektar großes Sondergebiet (orange) und eine gewerbliche Fläche (hellbau) mit 6,1 Hektar, auf der eine Biogasanlage entstehen soll. Die Ausgleichsfläche (grün) gehört auch zur Industriebrache. Auf dem Südwestzipfel (gelb) sind Parkplätze geplant.

Quelle: Grafik: Erdbrink

Dollbergen. Unter anderem ist dort der Bau einer Biogasanlage im Gespräch. Da der Zulieferverkehr in großen Teilen über Oelerse erfolgen würde, wird die Entwicklung im Nachbardorf genau zur Kenntnis genommen.

Die Umweltschützer können sich allenfalls mit dem Bau der geplanten Freiland-Fotovoltaikanlage im Norden des 19 Hektar großen ehemaligen Gasolin-Geländes anfreunden. Wichtig sei jedoch, dass schonend vorgegangen und der Boden nicht versiegelt werde.

Gegen eine Versiegelung dieses vier Hektar großen Bereichs, der einst als Deponie für Raffinerierückstände genutzt wurde, sprach sich auch der Ortsrat aus. Die Gemeinde hat die Anregung schon in ihren Vorentwurf zum neuen Flächennutzungsplan eingearbeitet.

Die Naturschützer treibt die Sorge um den reichen Tierbestand um. „In den vergangenen 30 Jahren hat sich auf dem Gelände ein Mosaik aus Wald, Lichtungen und trockenen, wiesenartigen Flächen entwickelt“, schreibt der BUND. 44 Vogelarten hat er nachgewiesen. Allein sieben Arten, darunter Grünspecht, Pirol und Nachtigall, gelten als in ihrem Bestand gefährdet. Ebenso ist dort die Zauneidechse heimisch. Es ist laut BUND einer der größten Bestände in der Region Hannover.

Die Eidechsenart ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz und der Europäischen Naturschutzrichtlinie streng geschützt. Die geplante Umsiedlung dieser Tiere hält der BUND für völlig unzureichend.

Im Einzelnen kritisiert er, dass die Ansiedlungsfläche für die Eidechse auf einem Acker des Gasolin-Geländes erheblich kleiner als ihr heutiger Lebensraum sei. „Das hat zur Folge, dass nur ein Bruchteil der Tiere geschützt werden kann.“ Zudem seien zum Einfangen der Tiere sechs Tage innerhalb weniger Monate zu wenig. Als fachlicher Mindeststandard gilt laut Naturschutzverband ein Fang über ein bis zwei Jahre.

Das kritisiert auch Uetzes Naturschutzbeauftragter Erhard Zander. Unzufrieden sind die Naturschützer auch, dass es keine Untersuchungen zum Fledermausbestand gibt. Immerhin leben und überwintern die kleinen, schnellen Flieger auf dem Gelände in alten Gebäuden, Baumhöhlen und unterirdischen Kanälen.

dt/wos

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