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„Die störrische Braut“ ist eine Shakespeare-Neubearbeitung

PAZ-Lesetipp „Die störrische Braut“ ist eine Shakespeare-Neubearbeitung

Lange Winterabende nutzen viele Menschen um zur Ruhe zu kommen und ein gutes Buch zu lesen. In Zusammenarbeit mit den Kreisbüchereien der Gemeinden des Landkreises veröffentlicht die PAZ Lesetipps. Heute empfiehlt Sabine Maaß von der Kreisbücherei Edemissen das Buch „Die störrische Braut“ von Anne Tyler.

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Der Roman „Die störrische Braut“ von Anne Tyler ist die Empfehlung für lange Winterabende von Sabine Maaß von der Kreisbücherei Edemissen.

Edemissen. Zum Inhalt: Professor Battista, schrulliger Autoimmunkrankheitenforscher und stets kurz vor dem Durchbruch, muss um seinen exzellenten Assistenten Pjotr bangen, dessen Visum für die USA in Kürze abläuft. Er beschließt seine Tochter Kate mit Pjotr zu verheiraten, dann wäre die Greencard gesichert. Kate ist empört und widersetzt sich dem väterlichen Willen.

„Die Handlung ist schnell zusammengefasst. Das Besondere dieses Buches liegt in der Beobachtung. Ich erkenne Anne Tyler und ihre unnachahmliche Art, Charaktere zu entwerfen“, sagt Maaß.

Da ist Kate, Ende 20, abgebrochenes Biologiestudium, und totunglücklich als Mitarbeiterin in einem Kindergarten. Das pädagogische Getue liegt ihr nicht, und Diplomatie ist so gar nicht ihre Stärke, sie ist immer geradeheraus, egal ob bei Kindern oder Erwachsenen.

Sie führt jedoch kein eigenes Leben, ihr Alltag ist einzig bestimmt von den Erfordernissen ihres Zuhauses. Nach dem Tod ihrer Mutter nimmt sie für ihre 15-jährige Schwester Bunny die Mutterrolle ein, dem Vater führt sie den Haushalt. Sie ist ein „braves Mädchen“, zwar eigenwillig selbstbewusst und von Emanzipation doch so weit entfernt.

Professor Battista lebt in seiner eigenen Parallelwelt und ist an sieben Tagen in der Woche 24 Stunden lang Wissenschaftler, dessen Plänen sich alle in der Familie unterzuordnen haben. Seine Tochter hat exakt nach seinen Vorgaben zu kochen. Der Geschirrspüler wird nie ausgeräumt. Es werden saubere Sachen entnommen, schmutzige hineingestellt und nach jeder Mahlzeit wird die Maschine angestellt. Als seine Mäuse vorübergehend aus dem Labor verschwunden sind, hat das Leben für ihn keinen Sinn mehr. Natürlich braucht Kate nun auch nicht mehr zu heiraten…

Dass sich Kate dann doch für Pjotr entscheidet, ist nicht so ganz nachvollziehbar, träumt sie doch von ihrem sanftmütigen Kollegen, der gebastelte Traumfänger verschenkt. Schwester Bunny, sehr blond, sehr hübsch, extrem egoistisch und ein bisschen dumm, ist empört über diesen Entschluss. Doch letztlich ist er es, der Kate aus ihrer aussichtslosen Lebenslage führt.

Dass es dann auch die richtige Entscheidung war, unterstreicht Tyler mit einem Epilog, der dem Leser die Familie elf Jahre später vorstellt.

Anne Tylor: „Die störrische Braut“, Knaus-Verlag (ISBN 978-3-8135-0655-6, 224 Seiten, 19,99 Euro).

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