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Die Vermutung hat sich bestätigt: In Wipshausen lebt ein sehr seltener Falter

Edemissen Die Vermutung hat sich bestätigt: In Wipshausen lebt ein sehr seltener Falter

Wipshausen. Auf dem Magerrasen-Biotop in Wipshausen ist der Wegerich-Scheckenfalter beobachtet worden. Er gilt in Niedersachsen als vom Aussterben bedroht.

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Ein seltener und deshalb ganz besonderer Moment: Einer der Wegerich-Scheckenfalter lässt sich nicht nur fotografieren, sondern auch berühren. Wichtig für die Bestimmung sind die unscheinbaren Punkte am unteren Rand der Flügel.

Quelle: Harro Henke

Wipshausen. Rund um das Magerrasen-Biotop an der ehemaligen Bahnstrecke in Wipshausen lassen sich immer wieder interessante Entdeckungen seltener Pflanzen und Tiere machen (PAZ berichtete mehrfach). In einer kleinen Serie berichtet die PAZ über die neusten Entwicklungen.

Bereits im Jahr 2012 hatte Naturfreund Harro Henke, der sich intensiv um das Areal bemüht und dort häufig unterwegs ist, dort eine spannende Beobachtung gemacht: Ein seltener Falter tummelte sich dort. Eine Fotografie aus der Distanz beweist die Sichtung. Leider kam Henke damals mit der Kamera nicht nah genug heran, um eine Detailaufnahme zu machen und ihn genau zu bestimmen.

„Gespannt habe ich dann im vergangenen Sommer darauf gewartet, ob sich wieder so ein Falter zeigt. Und ich hatte Glück“, sagt Henke, der sich sehr für Falter interessiert und sich auf diesem Gebiet gut auskennt. Dieses Mal ist es ihm gelungen, Nahaufnahmen zu machen, mit deren Hilfe die Art zu bestimmen ist.

„Es handelt sich um einen Wegerich-Scheckenfalter. Das ist anhand von Punkten auf der sogenannten Submargial-Binde deutlich zu sehen. Die Vermutung von mir und Experten, die ich hinzugezogen habe, ging bereits in diese Richtung und hat sich nun bestätigt“, so Henke. Diese Falter-Art steht in Niedersachsen auf Stufe eins der Roten Liste und gilt damit als vom Aussterben bedroht.

„Ich bin mir recht sicher, dass ich in Wipshausen mindestens fünf Exemplare gesehen habe. Aber die Falter bewegen sich natürlich, sodass es nicht sicher zu sagen ist“, erklärt Henke. Früher hieß diese Schmetterlings-Art wegen seiner Häufigkeit „Gemeiner Scheckenfalter“ - doch das sei lange her. Der letzte Wegerich-Scheckenfalter im Raum Peine sei 1950 gemeldet worden.

Der Wegerich-Scheckenfalter fühlt sich auf Magerrasenflächen wohl. „Die Umweltveränderungen der letzten Jahrzehnte machen ihm zu schaffen, Lebensraum wird für ihn immer knapper“, erklärt Henke.

Die Flugzeit beginnt im Mai. „Meine Fotos sind Anfang Juni entstanden. Da war es noch recht kühl und die Tiere waren dadurch noch ein wenig träge. Vermutlich deshalb haben sie mich so nah an sich herangelassen. Ich konnte sogar einen auf den Finger nehmen“, berichtet der Naturfreund. Es sei für ihn ein ganz besonders erhabenes Erlebnis gewesen, so einen seltenen Falter auf der Fingerspitze sitzen zu haben.

wos

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