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Die Torfgewinnung war schweißtreibende Handarbeit

Edemissen Die Torfgewinnung war schweißtreibende Handarbeit

Eddesse. In Zusammenarbeit mit den Ortsheimatpflegern veröffentlicht die PAZ in loser Folge Texte zur Geschichte der Gemeinde Edemissen. Der heutige Beitrag stammt von Adelheid Schmidt aus Eddesse, die davon erzählt, wie mühsam die Menschen früher Torf als Brennmaterial gewonnen haben.

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Die Torfstücke wurden mit der Karre abgefahren und aufgestapelt.

Quelle: oh

Sie schreibt: Wenn wir heute in unseren Wohn- und Wirtschaftsräumen die Heizung einschalten, denken wir nicht mehr daran, wie schwer es noch um 1900 und früher unsere Dorfbewohner damit hatten, Essen zu kochen und im Winter in einer mollig warmen Stube zu sitzen. Damals gab es bei uns noch keine Kohle-Feuerung, dazu lagen wir zu weit weg vom Kohlerevier. Die modernen Wärmequellen wie Heizöl, Erdgas und Elektrizität gab es noch nicht.

Jahrhundertelang wurde bis Anfang der Sechzigerjahre Torf als Brennmaterial gewonnen. Es kostete kein Geld, dafür aber viel Mühe und Schweiß.

Auch in den Eddesser Seewiesen wurde damals Torf gestochen. Im Mai gingen die Eddesser Bauern in die Seewiesen zum Torfstechen. Wenn auf den Feldern die Frühjahrsbestellung abgeschlossen war, musste für die Wärme im Winter gesorgt werden. Ein Ackerwagen wurde beladen mit dicken Kanthölzern und Brettern, dazu kamen die Schiebekarren und das Handwerkszeug. Nun ging es mit Pferd und Wagen zum Torfmoor. Die Pferde bekamen ihr Futter und wurden so angebunden, dass sie nicht weglaufen konnten.

Die Kanthölzer wurden dort ausgelegt, wo die Schiebekarre voll Torf zum Trockenplatz rollen sollte. Der Torf wurde durchweg mit dem Torfspaten gestochen.

Die Größe des zum Torfstechen vorgesehenen Bereichs wurde jedes Jahr zu Beginn der Arbeit festgelegt. In diesem Bereich entstand dann eine Kuhle. Die oberste Schicht mit Grassoden wurde in die alte Kuhle vom letzten Jahr geschmissen, danach ging das Graben los. Nach ein paar Stunden ergab das eine Torfbank, die nun von oben nach unten mit dem Torfmesser geschnitten wurde. Mit einer Grabeschaufel wurde der Torf ausgestochen und nach oben auf die erste Stellage gelegt. Von hier wurden die nassen Soden mit der Forke auf die Stellage gelegt und später auf die Schiebekarre geschichtet.

Anschließend ging es über den Kantholzsteg zum Trockenplatz. Hier wurde die Schiebekarre vorsichtig gekippt und die Stücke genau in Reihen gepackt, so dass sie trocknen konnten. Das Schieben der Karre war eine sehr schwere Angelegenheit, denn die Karre hatte noch keine Gummireifen.

Der Ehrgeiz beim Torfgraben war, dass der schwarze Torf von ganz unten am Beginn der Sandschicht nach oben kam. Aufregend war, wenn das Wasser von unten in die leere Torfkuhle hineingurgelte und die stehende Torfwand zu brechen begann.Vorsichtshalber wurde das Arbeitsgeschirr rechtzeitig aus der Kuhle gebracht. Außerdem stand eine kleine Leiter parat, denn die Leute mussten bei diesem nicht ungefährlichen Vorgang fix aus der Kuhle.

Von Zeit zu Zeit musste der Torf gedreht werden, damit er von allen Seiten trocknen konnte. Nach einigen Wochen musste der Torf aufgestapelt werden, die Stücke waren inzwischen so trocken, dass sie beim Stapeln nicht mehr auseinander fielen.

Das Torfaufschichten war eine schweißtreibende Arbeit, weil es meistens in die heiße Sommerzeit viel. Vor oder zwischen der Kornernte wurde der Torf dann abgefahren. Die Pferde hatten dabei schwer zu ziehen. Sie sackten mit den Beinen in die lose Torfschicht und durften nicht stehen bleiben.

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