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Das Blumengeheimnis von Wipshausen

Edemissen Das Blumengeheimnis von Wipshausen

Wipshausen. Auf dem Magerrasen-Biotop an der ehemaligen Bahnstrecke bei Wipshausen lassen sich immer wieder seltene Pflanzen und Tiere beobachten (PAZ berichtete mehrfach). Aus der jüngeren Vergangenheit gibt es mehrere Beobachtungen, die die PAZ in einer kleinen Serie vorstellt. Heute: Die Königskerze.

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Die Königskerze bei Wipshausen gibt der Wissenschaft Rätsel auf.

Quelle: Harro Henke

Harro Henke, der sich seit Jahren intensiv um die Fläche kümmert, war dort Anfang September mit dem renommierten Braunschweiger Botaniker Dr. Walter Rieger unterwegs. „Eigentlich haben wir nach dem ebenfalls sehr seltenen Heideginster gesucht“, erinnert sich Henke. Dr. Rieger habe interessiert in die Runde geschaut und plötzlich ungläubig gesagt: „Da steht ja eine Pracht-Königskerze!“

Henke selbst kannte diese Spezies gar nicht, da sie in Deutschland nicht heimisch ist. Sie wächst hauptsächlich in Südosteuropa. Im deutschsprachigen Raum ist sie - sehr selten - in Österreich zu finden. Insofern war die Entdeckung eine Sensation und löste eine monatelange Diskussion darüber aus, ob es sich in Wipshausen tatsächlich um eine Pracht-Königskerze handelt, und wenn nicht, was für eine Pflanze dann dort wächst. Immerhin war das Exemplar etwa zwei Meter hoch und maß 1,20 Meter im Durchmesser.

In Deutschland heimisch sind mit der Großblütigen, der Kleinblütigen, der Mehligen und der Dunklen Königskerze vier Spezies dieser Gattung. Die Pflanze in Wipshausen ist keiner von diesen zuzuordnen.

Bemerkenswert war auch die Blühzeit: Bei der Entdeckung Anfang September standen alle anderen Königskerzen schon längst in voller Blüte, diese aber war noch völlig geschlossen. Erst im Oktober, als die „Artgenossen“ schon längst grau und braun und unansehnlich waren, fing das Überraschungs-Exemplar an zu blühen.

In das Geheimnis um diese Pflanze eingebunden sind neun renommierte Wissenschaftler aus Deutschland und Österreich, doch die Wissenschaft stößt offenbar an Grenzen: Einigen konnte man sich bisher nicht. „Bis heute ist nicht geklärt, um welche Königskerze es sich genau handelt“, sagt Henke.

Die Meinungen gehen dahin, dass ein Hybrid, also eine Mischform, entstanden ist - vermutlich aus der Pracht- und der Mehligen oder aus der Pracht- und der Großblütigen Königskerze. „Am meisten ähnelt die Pflanze schon der Pracht-Königskerze, aber nicht alle Charakteristika stimmen überein“, sagt Henke.

Interessant: In Bad Vöslau südlich von Wien ist vor einiger Zeit eine ähnliche Pflanze aufgetaucht. Diese Population ist aber erloschen, bevor sie genau bestimmt werden konnte. „Vermutlich war die Königskerze eine Pionierpflanze, die schnell von anderen verdrängt wurde“, sagt Henke. Das sei ein wichtiger Hinweis, denn vielleicht sich einVerschwinden der Königskerze in Wipshausen mithilfe dieser Erkenntnis ja verhindern.

wos

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