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Budde findet Nachweis steinzeitlicher Besiedlung

Wipshausen Budde findet Nachweis steinzeitlicher Besiedlung

Wipshausen. Neue Erkenntnisse: Der Peiner Archäologe Thomas Budde findet den Nachweis für steinzeitliche Besiedlung auf der Wipshäuser Burg.

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Das Foto zeigt eine jungsteinzeitliche Scherbe.

Quelle: Foto: oh

Südlich von Wipshausen liegt in der Erseniederung, die bekannte Burgstelle vom Typ „Motte“, erklärt der Archäologe. „Diese bevorzugten Burganlagen des niederen Adels hatten einen aufgeschütteten Turmhügel, der in Wipshausen im Nordteil der Anlage liegt und noch sehr gut erhalten ist“, so Budde. Insgesamt erstreckt sich die aus Hauptburg und südlicher Vorburg bestehende Anlage auf etwa 400 Meter Länge. Zu sehen sind nur noch Wallreste. „Auf den Vorburgen der Motten befand sich meist der Wirtschaftsteil mit Ställen, Speichern und Wohnhäusern des Hofgesindes“, erklärt Budde. Genutzt wurde die Burg offenbar im 12. und 15. bis 16. Jahrhundert. „Besitzer der Burg könnten die Herren von Mahrenholtz gewesen sein, die im mittelalterlichen Wipshausen als Grundherren erscheinen“, so der Abbenser.

Es gibt bei der archäologischen Erforschung der Motte jedoch einen zweiten, noch geheimnisvolleren Aspekt: Im Jahre 1963 soll beim Blumenerdegraben am Rand des Burghügels eine halbe Schale zutage gekommen sein, die der Beschreibung nach den Deckschalen eisenzeitlicher Urnengräber aus der ersten Hälfte des ersten vorchristlichen Jahrtausends entspricht. Schließlich fand Budde 2003 einzelne Keramikscherben in Maulwurfshügeln. Die groben und weichen schwarz-braunen Scherben bestätigten erstmals, dass die beiden Sandinseln in der Erseniederung schon in der Vorgeschichte besiedelt waren.

Nach einigen erfolglosen Begehungen über die Jahre brachte ein Maulwurfshügel in der südlichen Vorburg nun einen neuen, sehr glücklichen Fund: „Es handelt sich um ein weich gebranntes Randstück einer großen Schale. Aufgrund der Form und Verzierung datiert die Scherbe eindeutig in die Jungsteinzeit, genauer in das vierte Jahrtausend vor Christus, in die Zeit der Trichterbecherkultur. Vertreter dieser Kulturgruppe erbauten im Lüneburger Gebiet und zwischen Aller und Elbe die nächst gelegenen Großsteingräber, mit denen im Peiner Land jedoch kaum zu rechnen ist.“ Inzwischen stehe somit fest, dass die beiden Sandinseln in der Erseniederung zu verschiedenen Zeiten besiedelt waren: Jungsteinzeit, Eisenzeit und Mittelalter - die trockene Lage in unmittelbarer Gewässernähe habe den Menschen offenbar immer wieder hierher gezogen.

Ausgrabungen aber werde es hier sobald nicht geben, weil die Burgstelle unter Denkmalschutz stehe.

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