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Bis zu 20 000 Flugkilometer im Jahr

Abbensen Bis zu 20 000 Flugkilometer im Jahr

Sie werden immer weniger und alle sehen es mit Bedauern. Wenn sie im Frühjahr die ersten Kreise am Himmel ziehen, heißt es daher um so erleichterter: Sie sind wieder da - die Störche!

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Vortrag in Abbensen: Professor Dr. Hans Oelke sprach über Störche.

Quelle: Isabell Massel

Edemissen-Abbensen. Der Förderverein Dorf Abbensen startete seine Veranstaltungsserie im Kunststreff in Abbensen mit dem Vortrag von Professor Dr. Hans Oelke „Die Störche von Abbensen“. Oelke ist Ornithologe und Storchenspezialist und für sein Engagement und seine Verdienste für die Natur und die Vogelkunde 2008 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Das besonders an dem Ciconia ciconia, lateinisch für Weißstorch, sein Herzblut hängt, war in dem Vortrag, der mit zum Teil faszinierenden Bildern hinterlegt war, zu merken.

Erst in den vergangenen Jahren ist der Weißstorch intensiv erforscht worden. Die Beringung von Störchen hat 1906 mit 71 Tieren in Ostpreußen begonnen. Seit dieser Zeit lassen sich erst Erkenntnisse über das Wanderverhalten und die Entfernungen gewinnen, die Störche in ihren durchschnittlich zehn bis fünfzehn Lebensjahren zurücklegen. Im Durchschnitt legt ein Storch rund 15 000 bis 20 000 Kilometer im Jahr zurück, wobei er nicht immer die selbe Route für seine Wanderung benutzt.

1910 haben dann im Landkreis Peine erste Untersuchungen der Weißstorchpopulation stattgefunden. Seit Beginn dieser Aufzeichnungen hat sich die Menge der besetzten Horste von rund 70 auf 7 im Jahr 1998 reduziert. Die Frage, warum es zu so einem massiven Zurückgang der brütenden Paare gekommen ist, ist nicht einfach zu beantworten. An mangelnden Brutmöglichkeiten kann es nach Aussage von Oelke nicht liegen.

Noch nie wurden für Störche so viele Nistmöglichkeiten geschaffen wie jetzt. Allein in Abbensen wurde1999 auf dem Rittergut Abbensen ein neues Nest aufgesetzt und Familie Träue hat einen Mast mit Nisthilfe aufgestellt. Dass der Rückgang der Population mit einem Rückgang an Fröschen zusammenhängt, muss auch ausgeschlossen werden.

Der Storch ist entgegen der üblichen Annahme kein reiner „Froschfresser“. Sein Speiseplan reicht von jeder Art Amphibien, über Mäuse, Junghasen und Insekten. Was allerdings mit einer Verknappung der Nahrungsquellen zusammenhängt, ist der Rückgang von Weideflächen. Dieser Umstand führt gelegentlich auch zum Chronismus, das heißt, dass Altvögel ihr Jungen fressen. Seit durch Beringung und Satellitenüberwachung der Weg der Störche nachvollziehbar ist, lässt sich auch das Schicksal einzelner Tiere nachvollziehen.

So ist die berühmteste deutsche Störchin „Prinzesschen“ mit sechzehn Jahren in Südafrika zu Tode gekommen. Durch die Meldung von toten und verletzten Tieren sind auch Todesarten dokumentiert. Eine Haupttodesursache ist mit 15 Prozent der Stromschlag. Bleibt zu wünschen, das wir noch oft kreisende Störche über unseren Dörfern sehen, die gesund aus ihrem Winterquartier zurück kommen und wieder viele Horst besetzt werden, meinte Oelke.

Gabi Sukopp

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