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Auf den Spuren der 1916 gefallenen Onkel

Edemissen Auf den Spuren der 1916 gefallenen Onkel

Eddesse. Einem Stück ebenso interessanter wie trauriger Familiengeschichte hat sich Adelheid Schmidt, Ortsheimatpflegerin von Eddesse genähert. Sie hat die Briefe ihrer beiden im Ersten Weltkrieg in Frankreich gefallenen Onkel gelesen, in heutige Schrift übertragen und ihre Gräber auf Soldatenfriedhöfen in Frankreich besucht. Eine Spurensuche.

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Die Familie Dettmer vor dem Krieg. Die Sohne fielen am 15. und am 16. April 1916.

Quelle: oh

„Viel wurde bei uns früher über Otto und Fritz Dettmer, die Cousins meiner Mutter, gesprochen. Meine Eltern hatten große Bilder von den beiden, die mich schon als Kind täglich faszinierten“, erinnert sich Schmidt an ihre Kinderzeit. Die Brüder fielen an zwei aufeinander folgenden Tagen im April 1916 in Frankreich, Otto wurde 26 Jahre alt, Fritz 32.

„Ich habe mich intensiv mit ihren Briefen an die Eltern auseinandergesetzt. Sie waren noch in deutscher Schrift geschrieben, schon ein wenig ausgeblichen und von den Tränen der Mutter verwischt. Sie zu entziffern war nicht ganz leicht“, sagt Schmidt.

Damit auch nachfolgende Familienmitglieder diese Zeugnisse menschlichen Leids nachvollziehen können, hat sie sie auf dem Computer in heute lesbare Schrift übertragen. Nachzulesen sind bewegende Berichte voller Verzweiflung, Angst und auch Hoffnung. Sie berichten von Regen und Kälte, quälendem Durst, katastrophalen hygienischen Zuständen, unerträglicher Langeweile, aber auch von der Freude über Briefe und Pakete mit Lebensmitteln und warmer Kleidung - und von der Hoffnung, wieder nach Hause zu kommen.

Durch die Beschäftigung mit der Feldpost ihrer vor fast 100 Jahren gestorbenen Onkel entstand bei Schmidt der Wunsch, die Gräber zu besuchen. Im Oktober war es dann so weit, mit ihrem Bruder und den jeweiligen Ehepartnern reiste Schmidt nach Frankreich. Sie waren nicht die ersten Familienmitglieder: 1984 besuchten Schmidts Mutter und Schwester die Gräber.

„Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge hat uns mit detaillierten Anreisekarten und Informationen über die Friedhöfe versorgt, so dass es leicht war, auf den hervorragend gepflegten Anlagen die richtigen Gräber zu finden“, berichtet Schmidt.

„Es war eine emotionale Zeitreise zu Verwandten, auch wenn man sie nie persönlich kennengelernt hat“, erinnert sich die Heimatpflegerin. Auf dem Friedhof Consenvoye etwa 15 Kilometer nordwestlich von Verdun ruhen 11148 deutsche Kriegstote, darunter der ältere der beiden Dettmer-Brüder. Auf diesem Friedhof entstand 1984 das weltbekannte Foto von Helmut Kohl und Francois Mitterrand die Hand in Hand vor den Gräbern.

Otto Dettmer, der jüngere Bruder, fand seine letzte Ruhestätte auf dem deutschen Soldatenfriedhof Harville/Meuse etwa 25 Kilometer südöstlich von Verdun. Hier gibt es 494 Einzelgräber. Ironie des Schicksals: Otto hatte 1914 diesen Friedhof selbst mit angelegt.

wos

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