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Arzt aus Abbensen hilft Wohnungslosen

Edemissen Arzt aus Abbensen hilft Wohnungslosen

Abbensen. Jeden Freitag fährt Dr. Reinhard Weidner nach Hannover. Der Arzt im Ruhestand behandelt dort ehrenamtlich wohnungslose Menschen.

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Kein zu Hause zu haben ist hart, nicht nur im Winter. Der Arzt im Ruhestand Dr. Reinhard Weidner kümmert sich ehrenamtlich um die medizinische Versorgung von Wohnungslosen.

Quelle: A

Mehr als 30 Jahre lang hat Dr. Weidner als Landarzt in Abbensen praktiziert, bis heute macht er dort regelmäßig Vertretungen. „Doch bei meiner Arbeit in Hannover kann auch ich alter Hase noch viel lernen“, sagt der 72-Jährige, der dort für den Kontaktladen „Mecki“ des Diakonischen Werkes (siehe Hintergrund) tätig ist.

Die Häufung von schweren Erkrankungen wie Drogensucht, Aids, Tuberkulose und Hepatitis in allen Varianten sei auffallend, aber auch mit einer Vielzahl von Verletzungen - häufig Brandwunden oder Stiche von Messern oder auch Spritzen - sei er regelmäßig konfrontiert, sagt Weidner. „Daraus entwickeln sich aufgrund der mangelnden Hygiene leicht Geschwüre. Und durch die Lebensweise meiner Patienten habe ich auch viel mit Blutstockungen und Krampfadern zu tun“, berichtet der Mediziner.

Ebenfalls recht häufig seien psychische Erkrankungen wie Schizophrenie oder Depressionen. „Da stellt sich dann immer die Frage: Hat sich die Lebenssituation aus der Krankheit ergeben oder umgekehrt“, sagt Weidner.

Seit dem 1. Juli ist er für „Mecki“ tätig. „Leider hat sich in Hannover selbst kein Arzt gefunden, der diese Arbeit übernehmen wollte“, bedauert der Abbenser. Auch er selbst habe sich die Entscheidung gut überlegt, unter anderem hat er zweimal hospitiert: „Inzwischen mache ich die Arbeit sehr gern. Hier kann ich wirklich helfen, und das ist mir für mein Selbstverständnis als Arzt sehr wichtig.“

Jeden Freitag um 9 Uhr beginnt die Sprechstunde, bei der er von einer Krankenschwester unterstützt wird. „Schluss ist erst, wenn wir fertig sind. Das dauert meist so vier bis fünf Stunden“, sagt Weidner.

Die Klientel ist bunt gemischt, auch viele illegal in Deutschland lebende Ausländer sind darunter. Mindestens ein Viertel der Patienten ist nicht krankenversichert, die Finanzierung von Verbrauchsmaterial und Medikamenten ist dann durchaus ein Problem. „Das übernimmt die Diakonie, aber auch dort gibt es natürlich nicht unbegrenzt Mittel“, gibt Weidner zu bedenken. Zunächst hat er für insgesamt zwei Jahre die Berechtigung, Wohnungslose zu behandeln.

wos

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