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Alte Postkarten erzählen von den Schrecken des Krieges

Wipshausen Alte Postkarten erzählen von den Schrecken des Krieges

Wipshausen. Ein kleiner Schatz schlummert im Archiv der Kirchengemeinde Wipshausen: 74 Briefe und Postkarten aus dem Ersten Weltkrieg an den damaligen Pastor Bruno Erich Hartleben sind erhalten geblieben.

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Eine der alten Karten (oben) und die handschriftliche Übertragung in moderne Schrift von Sigrid Preuß.

Quelle: oh

Sie sind zum Teil mit Bleistift auf grauen Papier geschrieben, noch dazu in Sütterlin - der alten Schrift, die heute kaum noch jemand lesen kann. Doch im Falle dieser alten Kriegspost ist das kein Problem, denn alle Schriftstücke sind fein säuberlich von Hand in für uns gut lesbare lateinische Lettern übertragen.

Ausgeführt hat diese Fleißarbeit Sigrid Preuß, die in den Jahren 1987 bis 1995 mit Unterbrechungen im Kirchenarchiv von Wipshausen im Rahmen einer so genannten Arbeits-Beschaffungs-Maßnahme beschäftigt war und historische Dokumente gesichtet und gesichert hat. Darunter waren auch die Briefe und Karten, die zum Teil in erschütternden Worten von der Verzweiflung, aber auch von der Hoffnung und dem Gottvertrauen der Frontsoldaten aus Wipshausen und Rietze zeugen. Damals berichtete die Peiner Allgemeine Zeitung über die Arbeit von Preuß (siehe Ausriss).

„2014 liegt der Beginn des Ersten Weltkrieges genau 100 Jahre zurück. Mein Traum wäre es, wenn diese alten Schriftstücke reproduziert und geschlossen herausgegeben würden, am besten wohl in Buchform“, sagt Preuß, die sich mit diesem Ansinnen an die PAZ gewendet hat.

In Wipshausen ist die Existenz dieser Schriftstücke bekannt. Der Pastor im Ruhestand Hartmut Seelenbinder und Ortsheimatpfleger Wolfgang Borngräber stehen einer Veröffentlichung grundsätzlich offen gegenüber. „Aber weder Ortsheimatpflege noch Kirchengemeinde sind in der Lage, so ein Projekt zu finanzieren“, sagen sie einstimmig. Sie haben aber schon überlegt, ob die Dokumente im kommenden Jahr in Form einer Ausstellung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden könnten.

Wenn sich allerdings jemand finden würde, der ein Buchprojekt im Sinne von Preuß sponsern würde, wären die beiden Männer sofort mit im Boot.

wos

INFO

Pastor Hartleben

Pastor Karl Johannes Bruno Erich Hartleben wurde 1866 als Sohn des Oberforstmeisters Hartleben in Lautenthal geboren. 1903 wurde er in Oppeln ins Pastorenamt eingeführt und 1912 nach Wipshausen versetzt. Während der Kriegsjahre war er für die Verteilung von Geld zur Unterstützung an Familien zuständig, deren Ernährer (Väter, Ehemänner oder Söhne) im Krieg waren. Pastor Hartleben lebte bis 1926 in Wipshausen und wurde dort auch beerdigt. Sein Grabstein steht noch auf dem Friedhof (Foto), wurde allerdings umgesetzt und markiert nicht mehr die originale Grabstelle.

wos

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