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Alte Berufe: Uhrmachermeister Otto Seffers

Edemissen Alte Berufe: Uhrmachermeister Otto Seffers

Edemissen. „Kürzlich tauchte in den Räumen des Edemisser Heimat- und Archivvereins im Edemisser Rathaus ein gerahmtes Foto des Edemisser Uhrmachers Otto Seffers auf und zu meiner Überraschung wusste niemand der Anwesenden, wer darauf dargestellt war“, berichtet Edemissens Ortsheimatpfleger Joachim Liehr. Weil Seffers eine zu seiner Zeit in Edemissen bekannte und bedeutende Persönlichkeit war, möchte er an ihn erinnern.

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Der Edemisser Uhrmachermeister Otto Seffers.

Quelle: oh

Otto Seffers wurde am 8. Januar 1899 als Sohn des Landwirt-Ehepaares Otto und Dina Seffers in Edemissen geboren. Er war das älteste von drei Kindern. Nach ihm erblickten seine Schwestern Henni und Hedwig als Zwillingspärchen das Licht der Welt.

Der junge Otto erlernte in Hildesheim das Uhrmacherhandwerk und machte sich in seinem Elternhaus an der Abzweigung Gifhorner Straße/Blumenhagener Straße (heute „Zum Osterberg/Blumenhagener Straße) mit zwei kleinen Werkstätten selbständig. In der Werkstatt rechts von der Eingangstür wurden Uhren sowie Goldwaren verkauft und repariert, links vom Eingang konnte man Fahrräder, Nähmaschinen und Grammophone erstehen und auch reparieren lassen. Zuvor allerdings war dort eine Schlachterei untergebracht.

Ende der 1930er-Jahre baute Ottos Schwester Henni (Postangestellte) mit ihrem Mann Kurt Körtje (Schneider) ein weiteres Haus im rechten Winkel an das Geschäftshaus. Kurt Körtje kam mit einer schweren Armverletzung aus dem Krieg zurück und betrieb dann die Poststelle bis zu seiner Pensionierung.

Nachfolger wurde Gebhard Meyer, Ehemann von Seffers Ziehtochter Gunhild.

Auch Otto Seffers diente in beiden Weltkriegen als Soldat. Anfang der 1950er-Jahre schloss er die mechanische Werkstatt, und es wurde gemeinsam mit seiner aus Meerdorf stammenden Frau Lilli, geborene Baars, die er 1942 heiratete, ein Porzellan- und Silberwarengeschäft eröffnet. Generationen junger Bräute haben dort zur Hochzeit ihr Familiengeschirr ausgesucht und erstanden.

Auch erhielt jeder Junggeselle, der in den Ehestand trat, vom Verein eine große Bodenvase geschenkt. Hierfür hielt Lilli Seffers stets zwei Vasen zur Auswahl bereit. Somit besitzen oder besaßen auch Generationen von ehemaligen Junggesellen ein solches Exemplar von Seffers.

Jedoch ist Seffers anfangs auch mit dem Motorrad und dem Rucksack auf dem Rücken über Land zu den Kunden gereist, um Geschäfte abzuwickeln.

Otto Seffers starb 1961, seine Frau Lilli 1981. Die Ehe blieb kinderlos, es wuchsen jedoch bei ihnen die Töchter Bärbel und Gunhild von Lillis Schwester Anneliese auf.

Das Haus von Otto Seffers erbte die Ziehtochter Gunhild. Das Haus der ehemaligen Post erwarb Gunhild von einer Nachfahrin der Familie Körtje, die inzwischen in Amerika lebte.

1982 erwarb der Landkreis Peine die beiden zusammenhängenden Häuser und ließ diese in den Jahren 1982 /83 abreißen. Heute wird auf diesem Platz einmal im Jahr ein wunderschöner Osterbogen von den Kindern des evangelischen Kindergartens und dem Ortsbürgermeister geschmückt.

wos

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