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Als der Schäfer noch am Schwarzwasser die Herde hütete

Eddesse Als der Schäfer noch am Schwarzwasser die Herde hütete

Eddesse. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts gab es in unseren Dörfern viele Handwerke und Berufe, die mit dem Bauern und seiner Arbeit eng verbunden waren, dazu gehörte auch der Beruf des Schäfers. Es ist einer der ältesten Berufe der Welt. Der Großvater der Eddesser Ortsheimatpflegerin Adelheid Schmidt war Schäfer. Ihre Erinnerungen an seine Berichte aus dieser Zeit fasst sie für die PAZ zusammen.

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In einem solchen Schäferkarren verbrachte der Großvater von Adelheid Schmidt seine Nächte.

Quelle: oh

„Mein Großvater August Hollmann lebte von 1873 bis 1964. Als ich Kind war, hat er mir viel von seinen ‚Schäferjahren‘ erzählt, berichtet Schmidt.

Ihr Großvater war der jüngere Bruder des Hoferben. Durch seinen „Nebenerwerb“ hat er sich so bis zu seiner Heirat eine eigene Existenzgrundlage geschaffen.

Die Schafzucht war damals durchaus von Bedeutung. Der Verkauf der Tiere und der Wolle, soweit sie nicht dem Eigenbedarf diente, trug wesentlich zur Ertragssteigerung bei. „Das Hüterevier meines Großvaters waren die Schwarzwasser- und Fuhse-Niederungen bis hin zu den Abbenser Fuhren.

Am Anfang des Sommers wurden die Schafe im Schwarzwasser gewaschen und dann anschließend geschoren. Kühles Wetter nach der Anfang bis Mitte Juni stattfindenden Schafschur nannte man „Schafskälte“. Die Schafe blieben auch nachts draußen in einer „Hürde“, einem mit Gattern umstellten Bereich. „Opa zog einen Zaun um die Herde, damit die Tiere zusammen blieben“, berichtet Schmidt.

Der Schäfer schlief nachts in seiner „Schaperkarre“ (Schäfer-Karre). Die Schafherde wurde innerhalb der Hürde von seinen unter der Karre liegenden treuen Schäferhunden „Wasser“ und „Harro“ bewacht.

Der Schafhirte nahm zu der Zeit schon eine Sonderstellung ein. Mit seinem knorrigen Hirtenstab, dem langen Lodenmantel, den Kniehosen, den Schnallenschuhen und dem großen breitkrempigen Hut war er eine Achtung gebietende Person, die sogar etwas von der Viehdoktorei verstand und darum von den Bauern des Dorfes gern zu Rate gezogen wurde.

Durch die industrielle Entwicklung sind zahlreiche alte Berufe ausgestorben oder haben ihre Bedeutung im bäuerlichen Wirtschaftsleben verloren. Das gilt auch weitgehend für den Schäfer: Die Schafhaltung hat stetig abgenommen. Heutzutage wird sie indes nur noch in geringer Zahl als Liebhaberei betrieben.

wos

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