Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
„Ab und zu gab es Fliegeralarm, da rannte dann jeder nach Hause“

Edemissen-Eddesse „Ab und zu gab es Fliegeralarm, da rannte dann jeder nach Hause“

Eddesse. In Zusammenarbeit mit den Ortsheimatpflegern veröffentlicht die PAZ in loser Folge Texte zur Geschichte der Gemeinde Edemissen. Der heutige Beitrag stammt von Adelheid Schmidt aus Eddesse, die davon erzählt, wie sie als Schülerin die Kriegs- und Nachkriegszeit von 1943 bis 1952 erlebte.

Voriger Artikel
Oelerse hat eine neue Orgel
Nächster Artikel
Weihnachtsmarkt: Kunst, Handwerk und Leckereien

Schwämmchen und Läppchen waren an einem Bändchen befestigt und schauten seitlich aus dem Tornister heraus

Quelle: oh

Im August 1943 wurde die damals sechsjährige Adelheid Schmidt in Eddesse eingeschult. Damals hieß es noch „Volksschule“, der Begriff „Grundschule“ kam erst später. „Unsere ersten Schreibübungen machten wir mit einem Schieferstift auf einer Schiefertafel. Die Schieferstifte wurden in einem hölzernen Griffelkasten aufbewahrt“, erinnert sich Schmidt. „Die lateinische Ausgangsschrift wurde eingeführt und beibehalten. Wir hatten dazu eine bebilderte Fibel. Im Klassenraum hing eine Wachstafel mit den Klein- und Großbuchstaben des deutschen Alphabets.“

Der Klassenraum hatte große Fenster, die Schüler saßen auf Vierersitzbänken mit schräg gestellter Schreibfläche. Für je zwei Schüler war in der Mitte eine Vertiefung mit einem gefüllten Tintenfass. „Auf den altehrwürdigen Schulbänken hatten sicherlich schon ganze Generationen gesessen, um geistiges Rüstzeug fürs Leben vermittelt zu bekommen“, erzählt die Ortsheimatpflegerin mit einem Lachen und wird dann ganz ernst: „Wenn unsere damalige Lehrerin mit uns den Klassenraum betrat, mussten wir den Tornister ablegen, stehen bleiben, stramm stehen und auf den Lehrergruß im Chor mit ,Heil Hitler‘ antworten. Während der unglückseligen Hitlerzeit bekam nationalsozialistisches Gedankengut langsam aber sicher auch in unserer Schule die Oberhand.“

Im Unterricht musste der Schüler bei jeder Antwort aufstehen. Die Prügelstrafe war damals in den Schulen noch gang und gäbe - vollzogen mit dem Rohrstock, meist auf die ausgestreckte Hand, manchmal auch auf den Hosenboden. Ab Klasse 2 wurde dann das Schreibheft eingeführt, aber mit Bleistift geschrieben. Von Klasse 3 an durfte mit dem „Federhalter“ und einer Stahlfeder mit Tinte aus dem Tintenfass geschrieben werden. „Ab und zu gab es Fliegeralarm. Der Unterricht wurde sofort abgebrochen, und jeder rannte nach Hause“, erinnert sich Schmidt.

mu

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Edemissen

Lesen Sie alles rund um das traditionsreiche Peiner Fest. mehr

Rückbau auf dem Telgter Elmeg-Gelände
Veranstaltungen

Welche Veranstaltungen und Termine gibt es im Peiner Land? In unserer Datenbank finden Sie alle Infos. mehr

Sudoku

Das Zahlenrätsel Sudoku in verschiedenen Schwierigkeitsgraden

Kinoprogramm

Jeden Donnerstag neu: alle Filmstarts in Peine und Umgebung