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Wissen Wenn die Gefühle wie ein Tsunami daherkommen
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17:21 24.05.2018
Helmut Nowak ist Coach und Lehrer für Achtsamkeit und gibt Tipps, wie man lernt, bewusster zu leben. Quelle: privat
Hannover

So ziemlich jeder kennt dieses Gefühl: Hat das emotionale Schwungrad erst mal Fahrt aufgenommen hat, ist es oft nicht so einfach, wieder zügig in die eigene Mitte zu kommen. Auf einmal leiden wir, sind getroffen, beleidigt, verbittert, bekümmert oder wütend. Reflexartig sehen wir dann die Schuld in den Gegebenheiten des Lebens, dem Verhalten anderer Menschen oder gar im eigenen Verhalten.

Auch wenn ich vielleicht um die Weisheit des griechischen Philosophen Epiktet weiß, der da sagt: „Es sind nicht die Dinge selbst, die uns beunruhigen, sondern die Vorstellungen und Meinungen von den Dingen“.

Allzu oft wird das emotionale schmerzhafte Feuer noch angefacht durch Gedanken in Form von Fantasien, Verurteilungen, inneren Dialogen und Anklagen. Manch einer greift dann zu Bewältigungsstrategien wie Verdrängung, Alkohol, Streit oder Gewalt. Zumindest langfristig sind diese nicht wirklich hilfreich – eher im Gegenteil. Ja, aber was sonst?

Stresshormone mit Atemübungen herunterregeln

Nun, oft heilt die Zeit Wunden, insbesondere, wenn man nicht immer wieder daran kratzt. Wir können auch selbst etwas tun. Hier einige Möglichkeiten: Was auf jeden Fall in den Erste-Hilfe-Kasten gehört, ist das „Atmen“. Ruhig, möglichst bewusst und entspannt. Unser Organismus interpretiert dies mit „keine Gefahr“, und die Stresshormone werden heruntergeregelt. Damit kommt man wieder in die Lage, mit größerem Weitblick und größerer innerer Gelassenheit auf die Gegebenheiten zu schauen. Damit können wir vielleicht auch eher annehmen und akzeptieren, was gerade in diesem Moment passiert – inklusive unserer Emotionen. Denn es ist ja nun wirklich nicht sinnvoll, sich gegen das zu stemmen, was gerade im jetzigen Moment Realität ist. Wir treten so aus unseren Widerstandsmustern heraus, die Spannung, der Stress lassen nach und unser Geist wird offener für kreative Veränderungen.

Eine weitere, sehr wirksame Hilfe ist, in der Natur spazieren zu gehen. Dabei gilt es wahrzunehmen, was gerade in unser Blickfeld kommt: Der Weg, ein Zaun, ein Vogel, ein Strauch …, betrachten Sie alles mit dem Interesse und der Offenheit eines Kindes. Die Eindrücke der Natur lassen wir so wirken, als hätte man alles zum ersten Mal gesehen. Ja, sogar ohne dem Gesehenen innerlich automatisch einen Namen, eine Bezeichnung oder Bewertung zu geben. Und wenn man merkt, dass sich wieder Gedanken einschleichen, lenkt man sanft, aber entschlossen die Aufmerksamkeit wieder auf die Erscheinungen der Natur zurück.

Auch die unerwünschten Emotionen wollen angenommen werden

Unterstützende Fähigkeiten dafür sind eine hohe Bewusstheit und das annehmen zu können, was gerade ist. Beides entwickelt sich durch Schulung unserer Achtsamkeit. Und umgekehrt kultiviert diese Art der Naturbetrachtung wiederum unsere Achtsamkeit.

In diesem Zusammenhang schrieb der persische Dichter und Mystiker Rumi im 13. Jahrhundert ein Gedicht, in dem er das menschliche Leben mit einem Gasthaus vergleicht und die Gefühle mit Gästen, die es besuchen – auch die unerwünschten Emotionen. In poetischer Weise beschrieb er damit eine hilfreiche Haltung gegenüber solchen Gefühlen. Wenn wir gute „Gastgeber“ für unsere Gefühle sind, sie anerkennen, respektieren, ihnen Raum geben und sie umsorgen, schaffen wir die Voraussetzung für Wandlung und Heilung. Das Gedicht lautet dementsprechend „Das Gasthaus“:

Das menschliche Dasein ist ein Gasthaus.

Jeden Morgen ein neuer Gast.

Freude, Kummer und Niedertracht –

auch ein kurzer Moment der Achtsamkeit kommt als unverhoffter Besucher.

Begrüße und bewirte sie alle!

Selbst wenn es eine Schar von Sorgen ist, die gewaltsam alle Möbel

aus deinem Haus fegt,

erweise dennoch jedem Gast die Ehre.

Vielleicht bereitet er dich vor

auf ganz neue Freuden.

Dem dunklen Gedanken,

der Scham, der Bosheit –

begegne ihnen lachend an der Tür

und lade sie zu dir ein.

Sei dankbar für jeden, der kommt,

denn alle sind dir zu deiner Führung geschickt worden aus einer anderen Welt.

Der Autor ist zu erreichen unter: www.achtsamkeit-und-co.de

Von Helmut Nowak/RND

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