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09:02 08.03.2018
Prof. Walter Popp ist Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene. Quelle: Montage: RND; dpa/privat
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Hannover

Vor fünf Jahren wurden in allen EU-Ländern Daten zur Hygiene erhoben. Danach erhalten in Deutschland 24 Prozent der Krankenhauspatienten Antibiotika, in den Niederlanden 32 und in Griechenland gar 55 Prozent. Man kann mit Blick auf andere Daten sagen: Je mehr Antibiotika verordnet werden, umso mehr multiresistente Keime gibt es in den entsprechenden Ländern. Deutschland steht im europäischen Vergleich gar nicht so schlecht da, wenn man die Antibiotikaverschreibungen im Krankenhaus betrachtet. Das gilt auch für den ambulanten Bereich.

Wie sehr brauchen wir Antibiotika?

Doch braucht wirklich ein Viertel aller Krankenhauspatienten in Deutschland Antibiotika? Unter den 20 häufigsten Hauptdiagnosen im Krankenhaus findet sich nur eine einzige Infektion: die Lungenentzündung mit einem Anteil von einem Prozent. Bei den 20 häufigsten Nebendiagnosen finden sich bakterielle Infektionen insgesamt mit einem Anteil von zwei Prozent. In der Summe der Prozente sind das erhebliche Differenzen zu den 24 Prozent, die Antibiotika im Krankenhaus erhalten. Es gibt also Verbesserungsbedarf. Zunehmend werden daher Ärzte im Krankenhaus in Sachen richtiges Verschreiben geschult.

Viele Verordnungen sind unnötig

Im ambulanten Bereich werden Antibiotika zu 30 Prozent unnötigerweise oder nicht nach den Leitlinienvorgaben verordnet. Erkältungen werden typischerweise durch Viren hervorgerufen, gegen die Antibiotika nicht helfen. Trotzdem erhalten nach Auswertungen der Techniker Krankenkasse immer noch 27 Prozent der Patienten, die erkältungsbedingt krankgeschrieben werden, vom Hausarzt Antibiotika. Allerdings waren es 2008 noch 38 Prozent. Wir sind auf dem richtigen Weg, aber es ist noch viel zu tun.

Mehr über Nutzen und Risiken von Antibiotika aufklären

Bei vielen Erkrankungen ist ein Antibiotikum nutzlos. Droht aber beispielsweise eine Lungenentzündung im Rahmen der Erkältung, dann muss die Einnahme korrekt und ausreichend lange erfolgen. Hingegen muss eine Erwartungshaltung von Patienten nach dem Motto „Wenn ich zum Arzt gehe, dann will ich auch mit einem Medikament weggehen“ abgebaut werden. Und zwar durch Aufklärung über Nutzen und Risiken von Antibiotika.

Von Prof. Walter Popp/RND

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