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Astronomie

Riesenstern entdeckt - zehn Millionen Mal heller als Sonne

Die Astronomen um Paul Crowther von der Universität Sheffield haben mit dem „Very Large Telescope“ der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile einen Riesenstern entdeckt, der zehn Millionen Mal heller leuchtet als unsere Sonne.
Der Riesenstern fällt am Nachthimmel nicht auf, weil er zu weit entfernt ist.

Der Riesenstern fällt am Nachthimmel nicht auf, weil er zu weit entfernt ist.

© dpa

Astronomen haben einen Riesenstern entdeckt, der zehn Millionen Mal heller leuchtet als unsere Sonne. Der Rekordstern ist nicht nur der hellste, den Forscher bislang aufgespürt haben, sondern auch der massereichste: Der Feuerball mit der nüchternen Katalognummer R136a1 besitzt 265 Mal mehr Masse als unser Tagesgestirn. Da er jedoch rund zehn Milliarden Mal weiter entfernt ist als unsere Sonne, fällt der Stern am Nachthimmel nicht weiter auf.

Die Astronomen um Paul Crowther von der Universität Sheffield haben ihre Entdeckung mit dem „Very Large Telescope“ der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile gemacht. Sie präsentieren den Stern im britischen Fachjournal „Monthly Notices of the Royal Astronomical Society“ (MNRAS).

Nach der gängigen Theorie dürfte es den Monsterstern gar nicht geben: 150 Sonnenmassen galten bislang als Obergrenze für stabile Sterne. Im Sternhaufen R136 in der Großen Magellanschen Wolke, einer Satellitengalaxie unserer Milchstraße, stießen die Astronomen jedoch gleich auf vier Sterne, die mehr als 150 Sonnenmassen haben, wie die ESO am Mittwoch an ihrem Hauptsitz in Garching bei München berichtete.

Und bei ihrer Entstehung müssen diese Riesensterne noch größer gewesen sein, denn solche sehr massereichen Sonnen pusten permanent sehr starke Sternwinde ins All und verlieren damit beständig an Masse. „Im Gegensatz zu Menschen werden solche Sterne als Schwergewichte geboren“, erläuterte Crowther. „Anstatt zu wachsen, nehmen sie ab.“ R136a1 hat auf diese Weise in den etwa eine Million Jahren seiner Existenz bereits etwa 50 Sonnenmassen verloren. Bei seiner Entstehung muss er also bis zu 320 Sonnenmassen besessen haben.

Auch in der Sternenfabrik NGC 3603 in unserer Heimatgalaxie stießen die Astronomen auf Riesensterne, die bei ihrer Entstehung mehr als 150 Sonnenmassen gehabt haben müssen. Wie sich solche Massemonster bilden, ist nicht klar. „Entweder sind sie tatsächlich in dieser Größe entstanden, oder aber sie haben sich aus mehreren kleineren Sternen gebildet“, erklärte Crowther.

Klar ist aber, dass die Stabilitätsgrenze für Sterne neu bestimmt werden muss. „Unsere Ergebnisse bestätigen die gängige Ansicht, dass es eine Obergrenze für die Masse von Sternen gibt“, betonte Olivier Schnurr vom Astrophysikalischen Institut Potsdam, der an der Studie beteiligt ist. „Allerdings hat sich der Zahlenwert für diese Obergrenze um einen Faktor Zwei auf etwa 300 Sonnenmassen nach oben verschoben.“

dpa


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