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Wissen Waldbrandgefahr: Das müssen Sie beachten
Nachrichten Wissen Waldbrandgefahr: Das müssen Sie beachten
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10:47 27.07.2018
„Waldbrandgefahr. Absolutes Rauchverbot!“ steht auf einem Schild. Quelle: dpa
Hannover

In vielen Regionen Deutschlands herrscht höchste Waldbrandgefahr. In der Nähe des Autobahndreiecks Potsdam gingen am Donnerstag rund 90 Hektar Kiefernwald in Flammen auf, auch an vielen anderen Stellen im Land lodern die Flammen. Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um das Thema Waldbrände.

Wegen eines Waldbrandes bei Potsdam mussten mehrere Autobahnen gesperrt werden. Auch eine Evakuierung des Ortsteils Fichtenwalde war im Gespräch.

+++Liveticker: Autobahn immer noch gesperrt

Alle aktuellen Informationen rund um den Waldbrand bei Potsdam finden sie in unserem Liveticker.

Was bedeuten die Waldbrand-Alarmstufen?

Im gesamten Bundesgebiet gelten laut dem Waldbrand-Gefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes folgende Waldbrandwarnstufen:

  • Waldbrandwarnstufe 1: Es besteht sehr geringe Waldbrandgefahr.
  • Waldbrandwarnstufe 2: Es besteht geringe Waldbrandgefahr.
  • Waldbrandwarnstufe 3: Es besteht mittlere Waldbrandgefahr.
  • Waldbrandwarnstufe 4: Es besteht hohe Waldbrandgefahr.
  • Waldbrandwarnstufe 5: Es besteht sehr hohe Waldbrandgefahr.

Wie groß ist die Waldbrandgefahr zurzeit in Deutschland?

Durch die anhaltende Hitze herrscht in weiten Teilen Deutschlands höchste Waldbrandgefahr – besonders im Norden und Osten. Zumindest kurzfristig ist eine Entspannung der Lage nicht in Sicht: In vielen Regionen Deutschlands soll es in den nächsten Tagen warm und trocken bleiben.

Was ist im Wald verboten?

Viele Regeln und Verbote rund um offene Feuer in Waldgebieten gelten das ganze Jahr über. Besonders bei erhöhter Waldbrandgefahr können Brände durch das Beachten folgender Regeln verhindert werden:

  • Kein offenes Feuer im Wald oder in Waldnähe entzünden.
  • Grillen ist nur auf freigegebenen Grillplätzen erlaubt.
  • Im Wald gilt bundesweit von Anfang März bis zum 31. Oktober ein allgemeines Rauchverbot. In Berlin, Brandenburg, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern ist das Rauchen im Wald sogar generell verboten.
  • Keine Zigarettenkippen aus dem Auto werfen.
  • Keinen Müll, besonders Gläser, im Wald zurückgelassen, der als Sammellinse für die Sonnenstrahlen wirken und ein Feuer entfachen kann.
  • Autos mit Katalysatoren nicht über trockenem Gras abstellen.

Welche Strafen drohen bei Verstößen?

Das Strafgesetzbuch stellt Brandstiftung generell unter Strafe, egal ob vorsätzlich oder unbewusst. Dort ist auch geregelt, wann Brandstiftung in Wäldern vorliegt. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 5000 Euro und in besonders schweren Fällen auch Freiheitsstrafen. Außerdem haben die einzelnen Bundesländer Waldgesetze: Wer mit einer glühenden Zigarette, dem Kohlegrill oder Gaskocher mit offener Flamme erwischt wird, dem drohen zum Beispiel nach dem Brandenburger Waldgesetz Geldbußen bis zu 20.000 Euro.

Was soll ich tun, wenn ich einen Waldbrand entdecke?

Kommt es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem Brand, sollten Sie diesen so schnell wie möglich über Notruf 112 der Feuerwehr melden. Außerdem können Sie durch eigene Löschmaßnahmen versuchen, einen Entstehungsbrand einzudämmen – jedoch nur dann, wenn Sie sich nicht selbst gefährden.

Ist Deutschland tatsächlich nicht gut gerüstet für die Waldbrandbekämpfung?

Der Vorwurf, dass hierzulande Spezialisten und Ausrüstung zur Waldbrandbekämpfung stehen, kam zuletzt auf. Derzeit sei Deutschland nicht gut genug auf Waldbrände wie zurzeit in Schweden und Griechenland vorbereitet. „Für den möglichen Fall großer Waldbrände braucht es ausreichende Spezialisten und eine gute Ausrüstung zum Beispiel mit Löschflugzeugen“, forderte Harald Ebner, Sprecher für Waldpolitik der Grünen im Bundestag, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND, Freitag). „Die Bundesregierung muss sich auf solche Situationen besser vorbereiten, denn aufgrund der Klimakrise werden wir sie in Zukunft vermutlich häufiger erleben,“ betonte Ebner. Die Grünen fordern ein Maßnahmenpaket des Bundes gegen mögliche Waldbrände.

Zudem mahnte der Waldexperte vorbeugende Maßnahmen in der Forstwirtschaft an: „Dazu gehören Schutzstreifen und Waldbrandriegel sowie der Umbau von Monokultur-Nadelwäldern hin zu Mischwäldern, die weniger brandgefährdet und außerdem ökologisch viel vorteilhafter sind.“

Allerdings teilen nicht alle Experten die Einschätzung, dass Deutschland nicht für die Bekämpfung von Waldbränden gerüstet sei. Christoph Schöneborn vom Verband der Feuerwehren (VdF) in Nordrhein-Westfalen sagte: „Es gibt in Deutschland genug Spezialisten zur Bekämpfung von Waldbränden.“

Von RND

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