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18:01 26.07.2018
Das riecht nach Sommerurlaub und Mittelmeer: Streicht man am Lavendel entlang, strömt der intensive Duft durch den ganzen Garten. Quelle: Anja Klein
Hannover

Am großen Lavendelstrauch vor unserem Gartentor feiern Hummeln und Bienen an sonnigen Tagen eine Dauerparty. Ich kann sie gut verstehen. Bei der leisesten Berührung duftet der halbe Garten intensiv nach Lavendel. Ein betörender Geruch, der mich, wenn ich die Augen schließe, auf einen Kurzurlaub ans Mittelmeer oder in die Lavendelfelder der Provence schickt. Dort ist die ursprüngliche Heimat des Halbstrauches. An den warmen, trockenen Hängen an der Küste fühlt er sich besonders wohl. In unseren Breiten ist die winterharte Art Lavandula angustifolia eine gute Wahl. Der auffällige Schopf-Lavendel (Lavandula stoechas) mit seinen aufragenden Hochblättern wird gerne als Sommerblüher in Kübel und Balkonkästen gepflanzt. Winterhart ist er aber leider nicht.

Der Echte Lavendel (Lavandula angustifolia) gehört zur Pflanzenfamilie der Lippenblütler (Lamiaceae), zu der auch Basilikum und Salbei gehören. Er ist ein Klassiker im mediterranen Garten und ein großer Insektenmagnet. Bei richtiger Pflege, zu der der regelmäßige und rechtzeitige Schnitt gehört, wird er von Jahr zu Jahr schöner.

Aussehen und Wuchsform

Lavendel ist mehrjährig und wird etwa 60 bis 100 Zentimeter hoch. Der riesige Lavendelstrauch vor unserem Gartentor ist noch höher. Spaziergänger blicken ihn immer ganz ungläubig an. Ich habe ihn geschenkt bekommen und weiß leider nicht, um welche Sorte es sich handelt. Er hat lange, schmale und sehr hellblau und spät blühende Ähren. Auch bei den anderen Lavendelsorten in unserem Garten kann ich nicht mit den korrekten Sortenbezeichnungen dienen. Ich habe die Schilder verräumt und kann sie gerade nicht finden.

Lavendel blüht in der Regel blau. Bei uns wachsen aber auch weiße und rosa blühende Sorten. Ich mag die verschiedenen Blütenfarben. Die nadelförmigen Blätter der verschiedenen Arten unterscheiden sich ebenfalls. Einige schimmern sehr silbrig, andere sind eher grün. Blütezeit ist von Juni bis August. Auch vor und nach der Blüte bringt Lavendel mit seinem kissenförmigen Wuchs Struktur in den Garten.

Unsere Autorin Anja Klein liebt ihren Garten. Was dort passiert, beschreibt sie auf ihrem Blog der-kleine-horror-garten.de Quelle: RND Grafik

Standortansprüche

Lavendel ist ein Sonnenkind. Der sonnigste Platz im Garten – gerne auch vor einer Mauer oder an einer warmen Hauswand – ist ihm gerade recht. Der Boden sollte mager und gut durchlüftet sein. Stark lehmhaltige Böden muss man vor dem Pflanzen mit Sand abmagern. Staunässe nimmt Lavendel übel und reagiert mit geringerer Winterhärte darauf. Auf Düngergaben kann man bei Lavendel verzichten. Gießen muss man Lavendel nur bei anhaltender Trockenheit. Das gilt natürlich nur für Lavendel im Garten. Sitzt er im Topf, muss er regelmäßig gewässert werden.

Rosen und Lavendel passen optisch zwar gut zusammen, haben aber sehr unterschiedliche Standortansprüche. Rosen brauchen nährstoffreiche humose Böden, müssen mehrfach gedüngt und regelmäßig gegossen werden. Ich habe die Rosen vor dem Garten mit kriechender Katzenminze kombiniert. Die beiden sehen auch sehr hübsch aus zusammen und harmonieren besser in ihren Ansprüchen.

Lavendel schneiden

Lavendel gehört zu den Halbsträuchern, das heißt, er verholzt leicht von unten. Damit er seinen kompakten kissenförmigen Wuchs behält, muss man ihn regelmäßig und rechtzeitig zurückschneiden. Rechtzeitig heißt in dem Fall direkt nach der Blüte. Noch bevor er so ganz verblüht ist. Mir fällt das manchmal schwer, weil dann immer noch viele Hummeln und Bienen an den Blüten unterwegs sind.

Darüber, ob Lavendel ein- oder zweimal zurückgeschnitten werden soll und wann der Hauptschnitt fällig ist, scheiden sich die Gartengeister. Oft liest man von der „Ein-Drittel–Zwei-Drittel-Methode“. Nach der Blüte werden die Blütenstände abgeschnitten. Die Triebe bleiben weitgehend erhalten. Im Frühjahr erfolgt dann, sobald kein Frost mehr zu erwarten ist, der eigentliche Rückschnitt um zwei Drittel.

Ein kräftiger Rückschnitt pro Jahr reicht, findet unsere Autorin. Quelle: Anja Klein

Ich persönlich mache das anders. Ich schneide meine Lavendelsträucher direkt nach der Blüte, im Juli/August, kräftig zurück. Dabei lege ich großen Wert auf einen schönen kissenförmigen Schnitt. Schneide dabei einen guten Teil der Triebe ab und achte darauf, dass die Seiten schön rund geschnitten sind (wie bei einer Buchsbaumkugel). Wenn ich mich dazu überwunden habe, macht die Arbeit richtig Spaß. Beim Schneiden verströmt der Lavendel einen intensiven Duft. Ich sitze megaentspannt in einer Duftwolke und träume mich in den Süden. Nach dem Schnitt sehen die Lavendelsträucher immer noch gut aus. Bald bilden sich neue Blätter. Die abgeschnittenen Blütenstände sorgen in der Laube für intensiven Lavendelduft. Wenn sie getrocknet sind, verbrenne ich sie im Smoker, wenn ich an den Bienen arbeite. Lavendel riecht deutlich besser als Holzwolle. Ich hoffe, die Bienen sehen das auch so.

Auf den zweiten Schnitt im Frühjahr, für viele der Hauptschnitt, verzichte ich. Mein Lavendel ist im Frühjahr immer gut in Form. Ich sehe keine Notwendigkeit, ihn noch einmal zurückzuschneiden. Die Sträucher werden jedes Jahr ein wenig höher, bleiben aber sehr dicht.

Im letzten Jahr habe ich einen verholzten Lavendelstrauch radikal bis ins alte Holz abgeschnitten. Ich wollte ihn im zweiten Schritt ganz entfernen, habe es dann aber vergessen. Im Frühjahr sah er überraschend gut aus. Am alten Holz sind neue Triebe entstanden. Jetzt darf er stehen bleiben. Die Regel ist das allerdings nicht. Ich habe auch schon Lavendelsträucher verloren, weil ich sie zu stark ins alte Holz geschnitten habe.

Pflanztipp der Expertin

Junge Lavendelpflanzen schütze ich mit einem Stück Hasendraht, das ich flach auf die Erde um die Pflanze herumlege, vor Kaninchen. Sie scheinen junge Lavendelwurzeln innig zu lieben. Der Draht hindert sie am Ausgraben der Wurzeln, und der Lavendel kann ungestört wachsen.

Lavendel vermehren

Beim Rückschnitt fallen viele junge Triebe an. Ich kürze sie auf etwa zehn Zentimeter, streife die unteren Blätter ab und stecke sie in Anzuchterde. Im Winter kommen sie ins Gewächshaus. Im nächsten Frühjahr dürfen sie in größere Töpfe oder ins Beet umziehen. Bis sie zu großen, stattlichen Sträuchern heranwachsen, vergehen allerdings ein paar Jahre.

Mehr Gartentipps von Anja Klein auf der-kleine-horror-garten.de

Von Anja Klein

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