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13:16 09.10.2017
Einfach selber testen: Auswendiglernen ist nicht die beste Methode, Dinge zu lernen – sagen Forscher. Quelle: tonefotografia
Erfurt

Schnell noch Stoff für eine Klausur oder Klassenarbeit am nächsten Tag büffeln – das hat wohl jeder schon einmal gemacht: Einer Studie zufolge funktioniert das am besten, indem man sich Notizen macht. Wer aber das Wissen für längere Zeit im Kopf behalten möchte, sollte sich selbst nach dem Lernen testen. Das zeigt sich in einem Experiment von Psychologen der Universität Erfurt unter 273 Studierenden.

Wenn es um nachhaltiges Lernen geht, sei das Testen effektiver als andere Lernstrategien, erklärt der Erstautor der Studie, Prof. Ralf Rummer. Tests gehen leicht daheim, etwa indem man sich ganz klassisch selbst Fragen stellt und diese beantwortet. Eine weitere Möglichkeit: Lerninhalte zusammenfassen, ohne in seine Unterlagen zu schauen.

Eine Testgruppe notierte sich das Wichtigste

In dem Experiment sollten sich die Probanden in einem Text Wissen über den Honigdachs anlesen. Eine Gruppe sollte den Text insgesamt dreimal lesen, eine zweite sollte wichtige Informationen aus dem Text in eigenen Worten notieren. Eine dritte Gruppe sollte gleich nach dem ersten Lesen jene Inhalte, die sie sich gemerkt hatte, aufschreiben – ohne im Text noch einmal nachlesen zu können. Die Teilnehmer der dritten Gruppe testeten sich also.

Danach machten die Forscher mit allen drei Gruppen Leistungskontrollen – entweder kurz nach dem Experiment oder erst eine oder zwei Wochen später. Hier zeigte sich: Kurz nach dem Lesen hatten die Notizenmacher am meisten behalten. Bei der Kontrolle zwei Wochen später waren dagegen diejenigen im Vorteil, die nach dem Lesen einen Test gemacht hatten. Die Psychologen gehen von der Annahme aus, dass beim Testen der Abruf der aufgenommenen Informationen trainiert wird. Sie werden tiefer verarbeitet und bleiben länger im Kopf.

Von dpa/RND