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09:15 13.10.2017
Besser liebevoll zuwenden, als mit zu strenger Hand erziehen: Wenn Herrchen und Frauchen nicht mehr weiterwissen, kommt Hundepsychologe Jens Beyer zum Zug. Quelle: dpa
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Soest

Was Hundetrainer sind, wissen die meisten. Aber was macht ein Hundepsychologe? Tatsächlich geht es Hundepsychologen nicht darum, dem Tier irgendwelche Kommandos beizubringen – stattdessen steht die Seele des Vierbeiners im Mittelpunkt. „Es ist die Hauptaufgabe von Hundepsychologen, herauszufinden, was für das Tier am besten ist“, fasst es Thomas Riepe zusammen. Der Vorsitzende des Berufsverbandes der Hundepsychologen hat bereits mehrere Ratgeber zum Thema veröffentlicht.

Es klingt zwar ein bisschen verrückt, aber Halter sollten am besten schon vor der Anschaffung des Tieres Kontakt zu einem Hundepsychologen aufnehmen. „Er gibt Auskünfte zu verschiedenen Rassen und deren Bedürfnissen und berät auch, welche Hunde am besten zum Interessenten passen“, erklärt Riepe.

Hilfe bei Problem- und Zwangsverhalten

Auch Vera Müller aus dem hessischen Rheingau-Taunus-Kreis arbeitet als Hundepsychologin. „Wir helfen den Tieren bei Problem- oder Zwangsverhalten“, sagt sie. Hierfür muss man sowohl die Hunde, als auch ihre Halter beobachten. Im ersten Schritt trifft sich Müller mit den Besitzern zu einem Beratungsgespräch. Nachdem sie sich auch ein Bild von der Umgebung des Vierbeiners und vom Zusammenleben mit dessen Besitzern gemacht hat, kann sie einen Therapieplan erstellen.

Ähnlich geht auch Jens Beyer vor, Hundepsychologe aus Berlin. „Es ist immer wichtig, dass man sich die Situation vor Ort anschaut.“

Strenge ist nicht der richtige Weg

Nur wer seinen Hund besser versteht, kann entspannt mit ihm zusammenleben. „Einige Besitzer denken, dass Hunde eine bestimmte Rangordnung brauchen und dass sie ihnen viel verbieten müssen. Strenge ist aber nicht der richtige Weg“, erklärt Riepe. Hundehalter erreichen mehr, wenn sie ihrem Hund ein gutes Gefühl vermitteln, zum Beispiel indem sie ihm Leckerchen geben, wenn er etwas richtig gemacht hat.

Neigt der Hund etwa dazu, Besucher anzubellen, sollten Besitzer versuchen, positive Assoziationen mit dem Besuch zu verknüpfen – wenn es an der Tür klingelt, kann man beispielsweise ein paar Leckerchen auf den Boden werfen.

Führen Sie ein Hundetagebuch

Da laut Beyer vor allem die Halter an ihrem Umgang mit dem Hund arbeiten müssen, wendet er gerne eine weitere Methode an: „Ein Tagebuch kann helfen, ihre Tiere genauer zu beobachten. Durch diese intensivere Auseinandersetzung mit ihrem Hund erkennen Sie besser, wie er auf Sie und die Umwelt reagiert. Frei nach dem Motto: Verstehen Sie Ihren Hund, versteht Ihr Hund Sie.“

Einen Hundepsychologen aufzusuchen, ist natürlich nicht kostenlos: Die Preisspanne für eine Therapiestunde ist sehr unterschiedlich. „In der Regel nehmen professionelle Hundepsychologen mindestens 50 Euro pro Stunde“, sagt Riepe.

Von dpa/RND

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