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11:48 20.06.2018
Abgelenkte Eltern: Während die Kinder im Park spielen, beschäftigen sich viele Eltern mit ihrem Tablet oder Smartphone. Quelle: dpa
Ann Arbor

Es ist ein alltägliches Bild: Während die Kinder im Park oder auf dem Spielplatz herumtollen, sitzen die Eltern daneben. Doch etwas hat sich an dem Bild verändert: Denn immer häufiger schauen die Erwachsenen den Kleinen nicht mehr beim Spielen zu, sondern stattdessen aufs Smartphone. Am Sandkasten werden noch schnell E-Mails gecheckt oder in den sozialen Netzwerken gesurft.

Doch dieser Medienkonsum kann auf Dauer negative Folgen für die Eltern-Kind-Beziehung haben, warnen Experten. Eltern, die viel Zeit mit digitalen Medien oder vorm Fernseher verbringen, statt sich mit ihrem Nachwuchs zu beschäftigen, können einer amerikanischen Studie zufolge Verhaltensauffälligkeiten bei ihren Kindern fördern.

Kinder sind häufiger frustriert und haben Wutanfälle

Missachtete Kinder seien eher frustriert, hyperaktiv, jammerten, schmollten oder reagierten mit Wutanfällen, berichten Forscher im Fachjournal „Pedriatic Research“. Ein negativer Kreislauf entstehe: Denn viele Eltern reagierten auf auffällige, als anstrengend empfundene Kinder mit noch mehr Medienkonsum. Nach innen gewandte Probleme wie Angst oder Rückzug der Kinder seien nicht ganz so häufig, erläutern Brandon McDaniel von der Illinois State University und Jenny Radesky von der University of Michigan Medical School.

Insgesamt wurden 181 Elternpaare mit Kindern unter fünf Jahren und über sechs Monaten befragt. Auch ihre eigenen Gefühle und Reaktionen gaben die zwischen 2014 und 2016 befragten Eltern zu Protokoll.

Das Ergebnis: In fast allen Fällen kam es pro Tag mindestens einmal dazu, dass digitale Geräte den Eltern-Kind-Austausch unterbrachen. Sowohl Mütter wie Väter gaben an, dass mit der Menge dieser Unterbrechungen auch Verhaltenauffälligkeiten der Kinder und elterliche Stressgefühle zunahmen.

Smartphones stehlen die Aufmerksamkeit der Eltern

Wie frustrierend die Digitalwelt für Kinder sein kann, beschriebt der amerikanische Forscher McDaniel in drei Szenarien:

Szenario 1: Das Smartphone vibriert, während man mit seinem Kind spielt. Nur ein kurzer Blick auf das Display, nichts Wichtiges. Trotzdem endet man irgendwie bei Facebook oder Instagram. Zehn Minuten später, legt man das Handy zur Seite. Doch das Kind beschäftigt sich schon selbst.

Szenario 2: „Mama, Mama – kann ich was zu essen haben?“ Zwei Minuten lang fragt das Kind. Schließlich berührt es das Handy, erst dann schaut die Mutter hoch: „Was?“

Szenario 3: „Zeit zum Zähneputzen!“ Die Kinder rennen ins Bad, Wasser läuft, das Elternteil entspannt sich und checkt eben schnell die E-Mail eines Freundes. Nachdem es geantwortet hat, sind die Kinder schon gar nicht mehr im Badezimmer, sondern toben im Wohnzimmer – und die Zahnbürsten sind noch trocken.

Schon kurze „Technoference“ („Technik-Störungen“), die die Kommunikation zwischen Eltern und Kindern unterbrechen, können beim Nachwuchs negative Auswirkungen haben. So geht der Erziehungswissenschaftler davon aus, dass Kinder ganz genau merken, wie das Smartphone ihnen die Aufmerksamkeit der Eltern stiehlt.

Eltern sollten Handy-Nutzung hinterfragen

Zwar gehören die digitalen Medien zum Alltag. Dennoch raten die Forscher, zu hinterfragen, ob der Blick auf das Smartphone in bestimmten Momenten wirklich nötig ist. Vor allem beim gemeinsamen Essen, beim Spielen oder beim Zubettbringen des Nachwuchses sei es wichtig, auf die emotionalen Bedürfnisse der Kinder ohne Ablenkungen eingehen zu können.

Dem Tenor der Studie stimmen deutsche Expertinnen zu. „Dass Probleme zwischen Eltern und Kindern größer werden, wenn es weniger persönlichen Kontakt gibt und Probleme nicht ausgehandelt werden, ist nicht verwunderlich und schließt an vorliegende Studien an“, sagen Susanne Eggert und Gisela Schubert vom JFF-Institut für Medienpädagogik in München.

Gemeinsame Regeln aufstellen

Grundsätzlich raten die beiden Expertinnen dazu, in der Familie gemeinsam Regeln zur Nutzung mobiler Medien zu bestimmen, an die sich alle halten – inklusive Medien-freier Zeiten.

Und was die Spielplatzbank angeht: Nach Erfahrungen aus der Erziehungsberatung scheine hier eine Zeitung Eltern weniger abzulenken als ein Smartphone, so der Tipp der Expertinnen.

Von RND/dpa

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